Kann die Begatalbahn neue Impulse bringen?

Dörentrup/Barntrup/ Kreis Lippe (red). Unter Federführung des Kreises Lippe, PRO BAHN und der Lippischen Landeseisenbahn finden ab 9. Januar wichtige Gespräche zu einer möglichen Reaktivierung der Begtalbahn mit den Anliegerkommungen statt. PRO BAHN fordert die Reaktivierung der Strecke und wirft verschiedene Gründe in die Waagschale.

Warum eine

Reaktivierung?

Einerseits sieht PRO BAHN Erholung und Wellness in intakter Landschaft als wichtigen Standortfaktor für Erholungssuchende im Naturpark süd-östlicher Teutoburger Wald.

Außerdem gibt es neben dem Faktor Tourismus in Dörentrup und Barntrup, auf der West-Ost-Achse des Begatals, eine gute Mischung aus Kleinbetrieben, Zukunftstechnologie und Kultur. Wie andere Ortschaften zwischen 8.000 und 10.000 Einwohnern müssen sich auch Dörentrup und Barntrup im Wettbewerb um Gewerbetreibende mit neuen Standortvorteilen präsentieren. „Es gilt, die Gemeide mit jungem, modernem Flair den aktuellen Bedürfnissen mit einer nachhaltigen Verkehrsinfrastruktur anzupassen“, so Verkehrsexperte Willi Wächter von PRO BAHN.

Und Wächter nennt Zahlen: Für den Schienennahverkehr gab es im Jahr 2017 einen Zuwachs von 2,7 Prozent; der öffentliche Busverkehr legte bundesweit um 0,5 Prozent zu.

„Unser Vorschlag zur Reaktivierung der Begatalbahn ergänzt sich mit den Aussagen von Landrat Dr. Axel Lehmann im Rahmen der Mobilitätsbefragung des Kreises zu einem klimafreundlichen Verkehr mit einer vernetzten Nutzung zum Beispiel von Bahn, Bus und Fahrrad“, fährt Wächter fort.

Die Bertelsmannstiftung hat für das Begatal bis 2020 und darüber hinaus eine Bevölkerungsabnahme berechnet. Vor diesem Hintergrund kann neben anderen Faktoren eine leistungsstarke Zugverbindung als Grundgerüst mit einem Bus-Zubringerverkehr ein wichtiger Standortfaktor zur Reduzierung der Abwanderung für Wirtschaft und Bevölkerung sein. Zumal im Raum Detmold nach wie vor Güterverladung über die Schienen stattfindet.

Daraus könnten sich, laut Wächter, für das östliche Lipperland Synergieeffekte ergeben. Diese Symbiose würde benötigt, weil der motorisierte Individualverkehr einen größeren Flächenverbrauch habe, er die Teilhabe von Menschen, die aus körperlichen oder wirtschaftlichen Gründen am Individualverkehr nicht teilhaben können, ausschließen würde und die Luftverschmutzung gegenüber dem öffentlichen Personennahverkehr um ein Vielfaches höher sei.

„Der Trumpf ist eindeutig“, ist Wächter von PRO BAHN von der Wichtigkeit der Reaktivierung der Begatalbahn überzeugt und legt nach: „Nach Abschluss aller behördlichen und finanziellen Vorarbeiten kann das Rad auf den Schienen in rund eineinhalb Jahren Rollen“.