Die Schule muss weg

Kalletal-Hohenhausen (fmt). In Anlehnung an den Filmtitel: „Frau Meier muss weg“, in dem eine Lehrerin auf Druck der Eltern die Schule verlassen soll, geht es in Hohenhausen gleich um die ganze Schule. Allerdings mit einem ernsten Hintergrund: Wie berichtet und bekannt, wurde festgestellt, dass die Schule PCB belastet ist. Nach den erforderlichen Entgiftungs- und Sanierungsarbeiten geht es jetzt an den Abriss von Teilen der Schule, bevor Einiges neu gestaltet wird und das Ganze zur neuen Nutzung inklusive eines neuen Bürgerzentrums wieder aufgebaut wird. Wenn alles fertig gestellt ist, sind circa 7,5 Mio. Euro investiert, wovon das meiste Geld aus Zuschüssen des Bundes und des Landes kommt.

Unter großer Beteiligung von Ratsmitgliedern, Vertretern der Schule, der Bezirksregierung und der Bundestagsabgeordneten Kerstin Vieregge, setzte der Bagger jetzt an. Damit ist die zweite Phase der Schulsanierung gestartet. Bis Ende März werden jetzt Teile der alten Gebäude abgerissen werden. Ab dem Sommer startet der Wiederaufbau der entgiften Gebäude und der Neubau des Verwaltungstraktes.

Bürgermeister Mario Hecker gab den Startschuss für die Abrissarbeiten, die medienwirksam mit schwerem Gerät starteten. Uwe Rafflenbeul, Städtebaudezernent der Bezirksregierung, überbrachte die Grüße von Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl und wies auf die umfangreiche Städtebauförderung des Landes hin von der auch die Gemeinde hier bei diesem Projekt profitiert. „Allein in 2018 sind im Regierungsbezirk Detmold rund 53 Millionen Euro bewilligt worden, ein teil davon hier. Es ist wichtig, dass wie bei diesem Projekt im Kalletal, deutlich zu sehen ist, mit diesen Mitteln etwas für die Bürger getan wird“, sagte er.

Dem pflichtete die CDU- Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge zu. „Bildung ist eines unserer wichtigsten Rohstoffe. Daher müssen wir in unseren Schulen auch vernünftige Bedingungen für den Unterricht schaffen“, sagte sie.

Grund für den Besuch des Regierungsvertreters und der Bundestagsabgeordneten ist die anteilige Finanzierung der Gesamtmaßnahme mit Mitteln der Städtebauförderung in Höhe von mehr als 3 Millionen Euro. Die Kosten teilen sich u.a. auf 820000 Euro für die PCB-Sanierung und Abriss sowie etwa 5,1 Mio. Euro für den Neubau der einzelnen Gebäudeabschnitte auf.

Bürgermeister Mario Hecker zeigte sich sichtlich erleichtert, dass die wie er sagte, “PCB Bombe“, nun entfernt sei und es auch für alle sichtbar nun weitergehe. Im Auftrag der Gemeinde bedankte er sich ausdrücklich bei der beauftragten Fachfirma für die sehr gute Arbeit bei den schweren Entkernungsarbeiten.

Als Anerkennung für die geleistete Arbeit überreichten dann Vertreter der Verwaltung den Mitarbeitern des Sanierungsunternehmens kleine Präsente.

Bauleiter Andreas Deppe führte anschließend in ein bereits “gesäubertes“ Gebäude. Hier konnten die Besucher eindrücklich sehen mit welcher Akribie der Putz von den Wänden gefräst wurde und die belasteten Decken- und Bodenplatten entfernt wurden. „Wir befinden uns hier jetzt sozusagen im Rohbauzustand“, sagte der Architekt.

Neben dem Hausmeistertrakt wird auch das alte Verwaltungsgebäude abgerissen. Dort entsteht ein neuer Flachbau für die Schulleitung und die Verwaltung in ansprechender Holzbauweise. Die vorhandene Aula wird umgebaut, um dann später von der Schule aber auch vom neuen Bürgerbegegnungszentrum für Lesungen, Theateraufführungen Rats- und Ausschusssitzungen genutzt zu werden.

An Hand von Plänen zeigte Architekt Philip Wienecke vom beauftragten Büro BKS Architekten nach dem Rundgang die neuen Möglichkeiten auf. Ein neuer öffentlichen Zugang über das neugestaltete Foyer wird wie die Verbindungen zwischen den einzelnen Gebäuden dann barrierefrei sein.

Insgesamt soll der Wiederaufbau natürlich unter energetisch und wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgen. Das heißt, dass auf modernste Dämmung, Einbau sparsamer LED-Beleuchtung und ein wirtschaftliches Lüftungssystems Berücksichtigung finden.