Neue Landärztin für das Kalletal

Kalletal (rto). Christa Bittscheidt, bisher angestellte Ärztin im Varenholzer Ärztezentrum, macht sich selbstständig und wird sich in Langenholzhausen als Hausärztin niederlassen. Ihre neue Praxis eröffnet die gebürtige Kalletalerin in der alten Grundschule am Osterkamp. Die dort noch ansässige Offene Ganztagsbetreuung (OGS), wird bis zu den Sommerferien in die Gebäude der umgebauten und renovierten Grundschule am Habigsberg umziehen. Das teilten Bürgermeister Mario Hecker, Schulleiter Harald Hengstler und Herbert Dahle, Kreisvorsitzender des DRK Lippe, als Betreiber der OGS mit.

Wie der Bürgermeister bei dem Pressetermin weiter sagte, sind die OGS Räumlichkeiten für die wenigen dort betreuten Kinder zu groß. Darauf sei die Verwaltung von den Aufsichtsbehörden hingewiesen worden. Insofern, so der Bürgermeister, sei man froh, der nach Räumlichkeiten suchenden 46-jährigen Ärztin hier ein Angebot machen zu können. „Wir bekommen so nicht nur einen lang gehegten Wunsch erfüllt, endlich eine neue Arztpraxis in die Gemeinde zu bekommen, sondern können so auch noch eines der großen Gemeindegebäude vermieten“, sagte der Bürgermeister.

Die Kinder der OGS, die derzeit hier untergebracht sind, werden bis zu den Sommerferien in das Grundschulgebäude umziehen. Schulleiter Harald Hengstler sagte dazu, man habe sich das nach der Renovierung zwar etwas anders vorgestellt, bekäme das, auch wenn es eine Herausforderung für die Schulleitung wäre, räumlich aber hin.

Herbert Dahle, als Chef des DRK, das die OGS betreibt, freute sich und sagte: „Das ist wie ein Sechser im Lotto, wenn sich eine Ärztin für die ländliche Region entscheidet. Für uns ist der Umzug überhaupt kein Problem.“ Gleichzeitig wies er auf die gute Zusammenarbeit mit dem Rathaus in der Frage des Umzuges hin.

Acht Jahre lang war Langenholzhausen ohne eine Arztpraxis, die die Menschen versorgte. Auf Grund der Gesamtsituation ist die Gemeinde bereits seit Juni 2018 von der Krankenkassenärtzlichen Vereinigung in die Liste derer aufgenommen worden, wo es Versorgungsengpässe gibt.

Christa Bittscheidt die selbst Mutter von zwei Kinder im Alter von 13 und 16 Jahren ist, hat in Hannover studiert. „Ich hatte viele Angebote. Darunter waren auch fertige Praxen zur Übernahme. Letztlich habe ich mich aber für meine Heimat entschieden, auch wenn es hier jetzt mit einem höheren Aufwand verbunden ist. Hier bin ich aufgewachsen, hier fühle ich mich wohl. Hier hatte ich jetzt schon eine spannende Zeit in der Praxis in Varenholz als angestellte Ärztin. Ich freue mich schon auf die neue Aufgabe“, sagte sie jetzt bei dem Pressetermin, zu dem auch Vertreter aus den Ratsfraktionen gekommen waren.

Manfred Rehse (SPD) wies noch einmal auf die Veranstaltung seiner Partei vor ca. einem Jahr hin, wo es um den Ärztemangel auf dem Land ging und man nach Alternativen gesucht hat. „Wir können die Entscheidung von Frau Bittscheidt nur begrüßen, sie nimmt uns ein wenig Last“, sagte er.

Im Mai soll es dann losgehen. Bis dahin wird auf etwa 150 Quadratmeter, das ist etwa die Hälfte des Gebäudes, die Praxis entstehen. Neben der neuen Landärztin werden am Anfang noch drei weitere Mitarbeiterinnen in der neuen Praxis starten. Die OGS-Kinder werden sukzessive in das Schulgebäude umziehen. Komplett wird die OGS dann in den Sommerferien dort untergebracht sein.

Bürgermeister Hecker sagte, dass man sich durchaus vorstellen könnte, wenn dann im Restteil des alten Schulgebäudes vielleicht noch ein Physiotherapeut seinen Platz finden könnte. „Das wäre in sofern eine tolle Sache, weil der dann auch noch die angrenzende Turnhalle für den Reha-Sport mitnutzen könnte“, so der Bürgermeister Mario Hecker.