Monstertruck-Show und gigantischer Umzug in Kalletal

Kaletal-Kalldorf (fmt). Aufgrund des Wetters wäre die Veranstaltung eine Woche früher besser platziert gewesen. Doch so wie es war – ein bisschen kalt, aber trocken – war es auch gut. Was heißt gut? Unter den am Anfang der Saison feststehenden Kriterien – kein Prinzenpaar, keine Prunksitzung – war das nicht nur ein schöner Umzug zum Abschluss der Session. Die so stotternd startete, aber sie brachte nicht nur ein Prinzenpaar und eine Prunksitzung zustande, sondern am Rosenmontagswochenende auch noch einen Festumzug, der kaum Wünsche offen ließ.

Mit 15 Festwagen – einer größer und schöner als der andere – und 22 Fußgruppen war der Umzug das, was man ohne Übertreibung einen „richtigen Knaller“ nennen darf. Dazu kamen viele Gäste, weitaus mehr als noch in den Jahren zuvor. Das Karnevalsereignis in Kalldorf hat offenbar dank sozialer Netzwerke inzwischen auch viele Freunde von außerhalb des Kalletals gefunden.

Ein Highlight – neben den vielen anderen auch schönen Wagen – war aber sicher der akribisch aufgebaute „Steam-Punk“-Wagen aus Silixen, gezogen von einem echten und reinrassigen, italienischen Exoten: dem gewaltigen Lamborghini-Truck. Mit einer Minion-Figur mit gewaltigen Hörnern, die den Hinweis auf seine Herkunft – dem Lamborghini-Stier – an der Front gaben, war er nicht nur der größte, sondern auch der auffälligste Wagen.

Viel früher als sonst stellten sich die Gruppen in der Brunnenstraße auf. Dort wird es immer enger, fast jeder Motto-Wagen wird inzwischen von einem dieser blank geputzten Monstertrucks, deren Reifen oft über zwei Meter Durchmesser haben, gezogen. Die Zeiten, wo ein Holder oder ein Mäher den Wagen zog, sind wohl vorbei. Das führt dann auch schon mal zu Problemen in den kleinen engen Kurven wie an der Kurve zum „Alten Krug“. Dort hatte jemand mutig seinen Polo abgestellt und so fast dafür gesorgt, dass der Zug nicht starten konnte. Doch wer auf dem Land groß wurde, der weiß, dass man dafür keinen Abschlepper braucht. Nach dem Motto „Vier Mann, vier Ecken“ hievten eine handvoll starker Männer das Fahrzeug behutsam aus dem Weg. Der Fahrzeughalter dürfte hinterher gestaunt haben.

Dann zog der bunte Zug endlich zwei Stunden durch das Dorf. Man sah sie wieder, die schönen Kostüme des Kostümfestes, die Einhörner, die Weihnachtsbäume, die vielen Piraten und die Strichfrauen. Dazwischen jede Menge andere einfallsreiche Kostüme. Die Musik aus den g ewaltigen Musikanlagen der Motto-Wagen, die einen aufgrund ihrer Lautstärke fast wegblasen, haben längst die traditionellen Musikkapellen ersetzt. Sie sorgen aber auch für die Massen von Jugendlichen, die sich unangemeldet und oftmals schon betrunken zum Ärger der Verantwortlichen in den Zug drängen.

Dennoch: vom Stinktier, den Smarties, den Wikingern, einer komplette Las Vegas-Show, über die „Roten Socken“ mit ihrem restaurierten Weserkahn, „Bob den Baumeister“ und der „Blue Man Group“ bis zum Wagen der Hohenhauser Vereinsgemeinschaft (mit einem bissigen Hieb auf Straßen.NRW und die Baustelle Hohenhauser Straße) war alles vertreten.

Doch wo die einen feiern, müssen andere arbeiten. Und das nicht nur an der Umzugsstrecke. Im Hintergrund sind zahlreiche Ehrenamtliche aus dem Dorf unterwegs und erfüllen die Auflagen der Behörden. Bauen großräumig Absperrungen und Umleitungen sowie Halteverbotsschilder auf. Dazu gibt es seitenweise Anordnungen, einen Plan, wo welche Beschilderung aufzustellen ist und – was viele nicht sehen – am Dorfgemeinschaftshaus palettenweise gestapelte Absperrungen und die dazu gehörenden schweren Schilderfüße. Die müssen aufgestellt und wieder abgebaut werden – und das in einem Umkreis, der bis nach Elfenborn reicht. Dazu muss die Feststrecke hinterher wieder gereinigt werden. Und das läuft! Und auch dies sollte bei aller Freude über das Fest nicht vergessen werden.