TSV Bösingfeld legt zum 111. Geburtstag eine fulminante Sport-Gala hin

Extertal-Bösingfeld (ar). Eine grandiose Sportgala legte der TSV Bösingfeld am Samstagabend in der Turnhalle am Hackemack vor einem begeisterten Publikum hin. Das Motto des Abends „Hier bewegt sich was“ schien glattweg untertrieben, denn was die meist jungen Sportlerinnen und Sportler da zelebrierten, war Turnkunst, Akrobatik und Tanz vom Allerfeinsten.

Angefangen von den Allerkleinsten, den Turnzwergen, bis hin zum gesetzteren Alter der Irish Line Dance-Gruppe zauberten die mehr als 300 Teilnehmer das bunte Bild eines Vereins, der lebt, auf die junge Generation setzt und mit seinen mehr als 1.000 Mitgliedern ein Vorbild für alle anderen Vereine in Lippe darstellt. Die Begrüßung durch den Vorsitzenden des TSV Bösingfeld, Carlo Eggers, und die Grußworte der anwesenden Honoratioren gestalteten sich kurz, launig und daher auch kurzweilig. Bürgermeisterin Monika Rehmert unterstrich den Wert des Vereins für das gesamte Extertal, während Rudolf Köller vom Kreissportbund Lippe betonte, dass der TSV unter all‘ den 414 Sportvereinen in Lippe und deren rund 115000 Mitgliedern an sagenhafter zweiter Stelle stehe.

Verein hat in der Region

einen hohen Stellenwert

Damit hat der Verein in der Region einen hohen Stellenwert, und diese Position will man auch festigen. Etwas mehr Zeit räumte Carlo Eggers dem 1. Vorsitzenden des Vereins „Wir für Kenia“, Dr. Peter Hoffmanns, ein. Dieser ursprünglich aus einer Privatinitiative des Arztes entstandene Verein unterstützt in Kenia Schulprojekte für Kinder nach der 8. Klasse, die sonst nicht weiter zur Schule gehen könnten. Peter Hoffmanns referierte kurz über Ziel und Zweck des Vereins und dankte für die bisher durch den TSV erbrachte Unterstützung. „Wir für Kenia“ war gleichzeitig offizieller Partner der Jubiläumsgala, und es ist zu hoffen, dass die aufgestellte Spendenbox reichlich frequentiert wurde. „Lieber Carlo, mach‘ dich vom Acker,“ drängelte Ricarda Kuhfuß, die den Abend eloquent und mit ganz wenig Lampenfieber moderierte. Bis dahin hatte Klaus Latza mit seine Gruppe „Bangole“ mit einer heißen Trommelperformance für die rhythmische Einstimmung gesorgt, die Koordination mit Ricarda Kuhfuß brauchte allerdings noch eine Weile. Denn bei mehreren Acts, die nicht mit eigener Musik auftraten, wurde die Trommelunterstützung ebenfalls gebraucht. Und dann folgte ein Feuerwerk, das die kleinen und großen Sportlerinnen und Sportler in die Halle brachten, und das ständig Jubelstürme unter den Zuschauern auslöste. Da gab es keine Hänger, da war jeder Auftritt minutiös geplant, da hatten die vielen Helfer alle Hände voll zu tun. Matten, Geräte, Bänke, Kästen und Trampoline mussten herbeigeschafft, platziert und abgesichert werden, ebenso schnell musste das Abräumen gehen, wenn Gruppen wie beispielsweise die Cheer Acts anstanden.

Zahlreiche Sparten des TSV zeigten ihr Können auf hohem Niveau. Egal, ob die kleinen Turntiger oder die Turnzwerge antraten, ob die Dancer Hip Hop tanzten oder die Irish Line Dance-Gruppe komplizierte Schrittfolgen zeigte, ob Girls Power mit der „Generation next“ oder die „Trouble Kids“ an der Reihe waren, man sah hochgradig tolle sportliche Leistungen und eine perfekte Organisation. Die kleinen „Wilden Löwen“, fitte Racker und Powerknirpse, hatten da ebenso ihren Platz wie die große Trampolingruppe, die mit exzellenten schwierigen Vorführungen beeindruckte. Eine explosive Tanzshow hatten die Cheerleader kreiert, deren drei Gruppen „Tiny-Jags“, Loony-Jags“ und „Bitey-Jags“ total faszinierten. Große Musikalität, Akrobatik mit Würfen, menschlichen Pyramiden und einer ausgefeilten Choreografie ließen das Publikum jubeln. Ein Highlight dann das „Puppenhaus“, das Charline Dujardin mit ihren kleinen Balletteusen zeigte, denn Ballett ist eine neue Sparte im TSV, die in kurzer Zeit schon beeindruckende tänzerische Qualität offenbart. Nachdem „Fitness-Mix“ und „Airplanes“ ihre Auftritte absolviert hatten, das große Finale: Alle Beteiligten des Abends kamen zusammen, das Licht ging aus, und zu bunten Knicklichtern und einer berührenden Runde der „Shooting Stars“ lief in gedämpfter Atmosphäre das Lied von Udo Lindenberg „Wir ziehen in den Frieden“. Gänsehaut pur und der emotionale Abschluss eines Abends, der noch lange in der Erinnerung der Besucher bleiben wird.