Der Vorhang fällt nach 25 Jahren nun zum letzten Mal

Kalletal-Kalldorf (rto). Der Vorhang der ‚Lila Bühne‘ vom Herbert Mische öffnete sich am 22. März 1993 für die Kinder in Kalldorf zum ersten Mal. Damals startet der AWO-Ortsverband eine Veranstaltungsreihe für die Kinder, die ganze 25 Jahre andauerte. Am Mittwoch, den 13. März 2019, endete nun diese beliebte Veranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus nach 25 Jahren.

Herbert Mische hört zum Jahresende aus gesundheitlichen Gründen auf und geht in den Ruhestand. Nach Kalldorf ist der beliebte, und weit über die Grenzen Lippes hin bekannte Puppenspieler, über die Gemeinde und Udo Lätsch gekommen. Der hatte jetzt auch zum Abschied alle 25 Plakate zur jährlichen Kinderveranstaltung an einer Leine in der Turnhalle im DGH aufgehängt. Hier war die ‚Lila Bühne‘ über die Jahre hinweg ein fester Bestandteil der AWO-Veranstaltungen. Über einhundert Zuschauer sind jeweils zu den Veranstaltungen gekommen und sahen die von Herbert Mische selbst geschriebenen Geschichten. Zum Abschluss gab es das vor 25 Jahren als erstes aufgeführte Stück noch einmal zu sehen. „Tentakel-Spektakel habe ich schon vor mehr als 25 Jahren geschrieben und es ist heute wieder sehr gefragt, weil es sich hochaktuell mit der Müllproblematik in den Weltmeeren beschäftigt“, sagt der Puppenspieler mit leuchtenden Augen.

Der 63-jährige spielt mehr als 250 Vorstellungen pro Jahr und fährt dafür durch ganz Deutschland. Bis er im Dezember für immer aufhören wird, wird er, etwa im September seine 10000. Vorstellung abliefern, sagt er nachdenklich. Zwanzig eigene Stücke hat er in dieser Zeit geschrieben, 15 davon spielt er immer noch abwechselnd in den Vorstellungen. Die Puppen für die Stücke baute er alle selbst, er hat dies bei Peter Röders in Kiel gelernt. Röders steckte unter anderem in den Figuren der ‚Sesamstraße‘ und bildet Puppenspieler im Puppenbau aus. Bücher und CDs der Stücke vervollständigten das Programm der ‚Lila Bühne‘.

„Meine Figuren und Geschichten sind kindgerecht und für das Bauchgefühl der Kinder geschrieben. Da gibt es keine Gruselszenen oder Gewalt“, sagt Mische. Immer wieder komme es auch vor, dass Mütter die mit ihren Kindern kommen, sich an ihn wenden und sagen, dass sie ihn als kleines Kind auch schon gesehen hätten, fügt er noch an. „Sie erinnern sich oft detailgetreu. Meine Figuren und Geschichten begleiten diese Menschen oft durch ihr Leben. Das ist doch schön, dass man an Ende seiner Laufbahn auf so positive Dinge zurückblicken kann“, sagt der lippische Puppenspieler, der nun nach 36 Jahren aktiver Zeit aufhören wird.

In Kalldorf wurde er von der Vorsitzenden des Ortsvereins, Ilse Sievering, mit einem Präsentkorb verabschiedet. Nicht nur ihr wird er fehlen, sagte sie. Einen Nachfolger für die Bühne gibt es nach Auskunft von Herbert Mische leider nicht.