Es war wieder soweit: Weserfähre in Varenholz zu Wasser gelassen

Kalletal-Varenholz (rto). Rechtzeitig zur Saisoneröffnung am 1. April ist die neue Weserfähre in Varenholz zu Wasser gelassen worden. Der derzeitige Wasserstand der Weser lässt darauf hoffen, dass sie erstmals seit ihrer Indienststellung auch den Fährbetrieb aufnehmen kann.

Nicht aufhören wollen dagegen die Proteste aus der Bevölkerung zum Namen der Fähre. „Hakuna Matata“ habe nichts mit der Heimat und dem regionalen Bezug zu tun, sagen die Kritiker. Jetzt liegt sogar ein Schreiben des SPD-Ortsverbandes Varenholz-Stemmen und einer Einzelperson aus Stemmen vor, die Gemeinde und Heimatverein auffordern, den Namen der Fähre zu ändern. Während die Gemeinde auf das faire Verfahren zur Namensfindung hinweist, damals wurde ein Wettbewerb ausgelobt, sieht der Heimatverein sich hier nicht in der Pflicht. Zwar sei dieser soweit im Boot, dass er sich um die Finanzen, das Personal sowie die Instandhaltung kümmere, für die Namensgebung sei der HVV aber nicht zuständig, sagte Michael Eggersmann auf Anfrage.

Ungeschadet der Diskussion um den Namen wurde die Fähre jetzt unter Einsatz schweren Gerätes in die Weser gesetzt. Das war kein leichtes Unterfangen und nur mit Hilfe eines großen Krans und der entsprechenden Manpower möglich. Auch ein Trupp des THW Minden war mit zwei Booten gekommen und machte den Besuch und die Hilfe gleich zu einer Übung.

Rückwärts musste das Schiff an den Anleger bugsiert werden, bevor es durch den Kran angehoben und ins Wasser gesetzt werden konnte. Eine aufwändige Aktion, die etwa zwei Stunden gedauert hat und mit dem Überbringen des Gierseils von der Veltheimer auf die Varenholzer Seite durch das THW endete. „Die Aktion ist schon aufwändiger als mit der alten Fähre. Wenn der geplante Weserdurchstich an den Kiesteichen genehmigt werden sollte, wird es einfacher. Dann schleppen wir die Fähre an das Kieswerk, wo es dann leichter aus dem Wasser genommen werden kann“, sagt Martin Deppe, derzeit einziger Fährmann. Alfred Huck, der alte und beliebte Fährmann, wird in diesem Jahr aus Altersgründen nicht mehr dabei sein. Michael Tenge unterstützt zwar jetzt den aktuellen Fährmann, er muss aber noch in dieser Saison die Prüfung zum Fährmann ablegen. Auch Sabine Reineke-Erke muss noch einige Stunden aufbringen, um die Prüfung als Fährfrau abzulegen.

Die Fähre wird jetzt ihren Betrieb wieder bis Oktober jeweils an den Wochenenden und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr aufnehmen. Überfahrten während der Woche sind nur mit Anmeldung von Gruppen mit mindestens 10 Personen möglich. Sie sollten bei der Gemeinde Kalletal, Telefon: 05264 644-113 angemeldet werden. Die einfache Fahrt kostet für Erwachsene 1 Euro und für Kinder 50 Cent. Die Überfahrt mit einem Fahrrad kostet für Erwachsene 2 Euro und für Kinder ein Euro. Bei Hoch- und Niedrigwasser, bei Gewitter oder Starkregen wird der Fährbetrieb unterbrochen beziehungsweise eingestellt.