Kitz-Rettung per Drohne mit Wärmebildkamera

Extertal-Laßbruch/Kükenbruch (red). 4.45 Uhr: Noch ist es dunkel, als sich die Jäger des gemeinschaftlichen Jagdbezirkes Laßbruch–Kükenbruch und Lehrer und Schüler der Technik-Arbeitsgemeinschaft des Engelbert-Kaempfer-Gymnasiums Lemgo unter der Leitung von Dr. Daniel Muschiol auf dem Hof Kehmeier in Laßbruch treffen. Heute Morgen sollen Flächen mit Gras und Grünroggen, die im Laufe des Tages zum Mähen anstehen, mit Wärmebildkameras bestückten Drohnen abgesucht werden.

Anfang Mai könnten die ersten Kitze bereits gesetzt sein. Gut 20 Lehrer, Schüler, Elternteile und weitere Unterstützer sind dafür mit 4 Drohnen angerückt. Nach kurzer Lagebesprechung und Einteilung der Gruppen geht es in der Morgendämmerung los. Die Koordinaten der Flächen wurden vorab bekanntgegeben, so dass die jeweiligen Flugrouten der Drohnen vorher programmiert und die Flächen dank Autopilot systematisch abgeflogen werden können.

Die Wetterbedingungen sind optimal. Kein Regen, kein Wind und Temperaturen um 0° C. Somit kann das Wild gut von den Kameras erfasst werden, bevor die Sonne die Flächen erwärmt. Nach gut 3,5 Stunden und 60 Hektar abgesuchter Fläche treffen sich die Gruppen wieder.

Ein Kitz wurde gefunden und außerhalb des Gefahrenbereiches im Pappkarton fixiert, damit es nicht wieder in das Gras zurückläuft. Die Jagdgesellschaft Laßbruch – Kükenbruch bedankt sich ganz herzlich bei den Schülern, Lehrern und Unterstützern für diese tatkräftige Aktion. Die Technik-Arbeitsgemeinschaft „Save the Kitz“ des Engelbert-Kaempfer-Gymnasiums Lemgo unter der Leitung von Dr. Daniel Muschiol hat in Zusammenarbeit mit dem Lüttfeld Berufskolleg und zdi- Zentrum Lippe.MINT Drohnen mit Wärmebildkameras entwickelt und alltagstauglich gemacht, zum Beispiel durch größere Rotoren, die sich langsamer drehen und somit leiser sind. Die Umweltstiftung Lippe fördert das Projekt seit seinem Start (www.umweltstiftung-lippe.de).

Begonnen hat das Projekt 2018 mit einer Drohne, mittlerweile sind 4 Drohnen im Einsatz. Weitere Drohnen sind geplant. Auch wenn die Einsätze kostenlos sind, darf dieses Engagement gerne mit Spenden anerkannt werden.