Kein Kuchenkrümel blieb übrig

Kalletal-Varenholz. Sehr gut besucht war das Gemeindefest der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Varenholz. Innerhalb von zwei Stunden blieb von der stattlichen Anzahl an Torten und Kuchen kein Krümel mehr übrig. Ein vielseitiges Programm unterhielt die gut 100 Besucher im und am Gemeindehaus Varenholz.

Es begann mit einem Gottesdienst. Als Vertretungs-Pastor war Gerald Klaassen gekommen. Er erhielt Unterstützung durch den Gottesdienst-Vorbereitungskreis, der zunächst mit einer Masken-Parade erfreute. Später lieferte sich Kristiane Kielsmeier aus diesem Kreis ein Zwiegespräch mit dem Geistlichen über Nachbarschaft und Gemeinschaft. Andere aus dem Vorbereitungskreis machten sich Gedanken zu aktuellen Themen wie Flüchtlinge und Klimaschutz. Dann waren Monika Loferski und Jennifer Schmidt aus dem Kindergarten Stemmen mit von der Partie, die unter anderem die Frage aufwarfen, was mit Menschen in Seenot zu geschehen habe.

Gerald Klaassen hatte vorab denjenigen gedankt, die an diesem Gottesdienst beteiligt waren. Neben den Erwähnten war das auch der Seniorenkreis, der mit einem Lied erfreute, sowie Frank Schütte an der Orgel. Vera Varlemann, Vorsitzende des Kirchenvorstandes, dankte schließlich auch allen „unsichtbaren Helfern hinter den Kulissen“ sowie Küsterin Marita Kollert und Michaela Mannetter aus dem Gemeindebüro. Sie verwies darauf, dass sich die Schlosskirche Varenholz am 8. September erstmals am bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ beteilige.

Für den Arbeitskreis Heimatgeschichte ergriff Hans-Ulrich Krause das Wort. Er stellte inhaltliche Schwerpunkte des von ihm sowie Vera Varlemann erstellten 82-seitigen Heftes „Heimatblätter“ vor. So war das Schloss Varenholz gegen Ende des Zweiten Weltkrieges auch Heim für die Kinderlandverschickung. Dabei gab es im April 1945 durch Beschuss noch zwei Tote in Rot-Kreuz-Tracht in Varenholz. Unter der Rubrik „Menschen der Weserdörfer“ wird Thorsten Böckstiegel aus Stemmen portraitiert, der hauptberuflich Feuerwehrmann in Hannover ist. Sportliches ist auch zu finden: So wird über den Aufstieg der Varenholzerin Lisa Lösch in die 2. Bundesliga mit dem Team von Arminia Bielefeld berichtet. Auch dem früheren Schlosspark ist ein längerer Beitrag gewidmet. Vera Varlemann hat darin herausgefunden, dass noch vier seltene Bäume stehen, die die Ufa-Filmgesellschaft angeplanzt hat. Sie war bekanntlich von 1945 bis 1951 im Schloss Varenholz beheimatet. Gleich am ersten Verkaufstag dieser Schrift wurden über 70 Exemplare abgesetzt. Es ist bereits Heft Nummer vier der „Heimatblätter“. Es ist erhältlich in der Gärtnerei Voth sowie im Gemeindebüro.

Dann schlug die Stunde für den Shanty-Chor „Blaue Jungs“ aus Porta Westfalica samt Leiter Harald Kleine Kracht. Von gleich zwei Schifferklavieren begleitet, schafften es die Portaner, das Publikum im voll besetzten Saal zum Schunkeln zu bringen. Und beim Klassiker „Wo die Weser einen großen Bogen macht“ sangen viele mit.

Auf dem sonstigen Parkplatz gab es Angebote an Getränken und Bratwurst mit Pommes sowie Hotdogs. Eine Hüpfburg war vom Kinder- und Jugendzentrum aufgebaut worden. An Sitzen und Tischen, vom Heimat- und Verkehrsverein Varenholz-Stemmen zur Verfügung gestellt, gab es viele Möglichkeiten, sich auszutauschen. Unter den Gästen waren einige aus Amerika. Die stehen mit dem Posaunenchor Langenholzhausen im Austausch. Dort wirkten vor einigen Jahren auch noch Varenholzer mit. Über den dort auch mitspielenden Rudolf Sander aus Erder kamen sie nun zum Gemeindefest über den Kirchberg. Später zeigte ihnen Rudolf Sander auch noch die Schlosskirche Varenholz.