Symbolische Schlüsselübergabe und Rundgang

Dörentrup (fmt). Als besonderer Gast war der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, Karl-Josef Laumann, am Dienstagmorgen zur offiziellen Einweihung des DRK Zentrums “Am Mühlbach“, nach Dörentrup gekommen. „Den zu pflegenden Menschen geht es nur gut, wenn es auch den Pflegekräften gut geht. Dies scheint hier in einer guten Symbiose gelungen zu sein“, sagte der Landesminister zum Neubau.

Neben dem Minister waren auch Landrat Dr. Axel Lehmann und Bürgermeister Friedrich Ehlert gekommen. Aus der Liste der geladenen Gäste zur Feierlichkeit hob der Präsident des DRK-Kreisverbandes Lippe, Herbert Dahle, bei seiner Begrüßung noch das Ehrenmitglied des Verbandes, Klaus Menke, sowie Jürgen Kohlhahn vom Kreis, Präsidiumsmitglieder des DRK und Vertreter des Landesverbandes hervor. Sie alle hätte sich erfolgreich für den Neubau eingesetzt. Er bedankte sich beim Generalunternehmer Johannmeier für die Einhaltung des festgesetzten Zeitplans, der wegen Problemen des trockenen Sommers im letzten Jahr, nur um sechs Wochen überzogen wurde. Bevor er das Wort dann dem Minister übergab, verkündete Herbert Dahle noch stolz, dass seit dem 29. Juli beide Wohngruppen voll belegt seien.

Minister Laumann zollte der Gemeinde Respekt und Anerkennung, dass man dem DRK hier die Möglichkeit für das vorbildliche Haus gegeben habe. „Wir werden in Zukunft mehr solcher Einrichtungen benötigen. Allerdings fehlt es allerorts an den notwendigen Grundstücken“, sagt er einleitend.

Dann wurde er ernst und sagte, dass man Menschen, weder heute noch in Zukunft, vorschreiben darf, wo sie alt werden wollen. Deshalb sei die ambulante und teilstationäre Versorgung der alten Menschen das Modell der Zukunft. Dazu müssten sich Häuser wie dieses es zukünftig ja mit dem Quartiersmanager täte, zusätzlich nach außen öffnen, um allen alten Menschen die oft mit zunehmendem Alter eintretende Vereinsamung zu nehmen.

Zu Diskussion um die fehlenden Pflegekräfte sagte der Minister: „In Zukunft werden rund 3000 Kräfte pro Jahr fehlen. Dieser Mangel kann auch mit Zuwanderung nicht geregelt werden. Ich sehe deshalb die generalisierte Pflegeausbildung ab dem Jahr 2020 als den richtigen Schritt an. Die Pflege wird in Zukunft auch eine der einzigen Berufslaufbahnen sein, die auch Menschen einen Arbeitsplatz bietet, die keinen akademischen Abschluss erreichen können. Und was die Diskussion um die Bezahlung angeht, sage ich, dass die Pflege die zweithöchsten Ausbildungsvergütungen in NRW hat. Die Arbeitsbedingungen müssen verbessert und neu gestaltet werden. Dann können wir auch mehr ausbilden.“

Mit einem Schwenk in den Bereich seiner eigene Erfahrungen durch zahlreiche Besuche verschiedener Einrichtungen sagte er abschließend: „Die Tagespflege wird in Zukunft sehr wichtig werden, damit die älteren Menschen nicht nur morgens und abends von der ambulanten Pflege aufgesucht werden. Und wir müssen den Menschen klar machen, dass Pflege nicht nur eine Aufgabe von Profis und der Gesellschaft sein kann. Wir müssen lernen, dass auch die Familie in Zukunft wieder wichtiger wird.“

Bürgermeister Friedrich Ehlert hob noch einmal das gute Miteinander hervor und meinte, dass die Gemeinde Dörentrup mit dem Neubau hier eine gute Vorbildfunktion habe. „Die gute Infrastruktur mit allem was man braucht, direkt vor der Tür, spricht da für sich.“ Lachend fügte er noch hinzu: „Wer hier seinen Lebensabend verbringt, der hat in seinem Leben wohl alles richtig gemacht.“

Landrat Dr. Axel Lehmann sagte, dass der Kreis sehr viel mit dem demografischen Wandel und seinen Herausforderungen zu tun habe. „Mit dem DRK haben wir aber einen wichtigen und richtigen Partner dabei“, schloss der Landrat die Runde der Grußworte. Zusammen mit dem Bürgermeister will er dann im Herbst noch einen Baum in der Anlage pflanzen.

Bevor die Gäste einen Rundgang machen konnten, überreichte Architekt Stefan Brand noch den symbolischen Schlüssel an Herbert Dahle, der diesen sichtlich gerührt an Petra Meersschaert weiterreichte. Sie habe maßgeblich zum geschmackvollen Ambiente des Hauses beigetragen, sagte er.