Fremdkörper im Mutterboden: ‚No Sports Fest‘ in Kalldorf

Kalletal-Kalldorf (fmt). Die Verantwortlichen der SG Kalldorf hatten es gut gemeint, als sie im Frühjahr ihren Sportplatz ausbessern wollten. Doch statt die Löcher zu entfernen und den Platz wieder bespielbar zu machen, ist er jetzt auf unabsehbare Zeit gesperrt. Grund sind gefährliche Scherben aller Art im aufgetragen Mutterboden. Sogar das jährliche Sportfest am 31. August wird darunter leiden und wird bereits als ‚No Sports Fest‘ angekündigt.

Was ist passiert? Im März sollte der Sportplatz mittels Rasensamen und Kunstdünger aufgefrischt werden. Das brachte aber nicht den erhofften Erfolg, da der Platz mit Unebenheiten und Stolperfallen übersät war. Ende Mai bestellte der Abteilungsleiter Fußball Rolf Kutkowski aufgrund eines Vorstandsbeschlusses zur Begradigung und Auffüllen der Sportfläche rund 60 Tonnen Mutterboden. Nach Aussagen des 1. Vorsitzenden Christian Pischczan sei der anliefernden Firma bekannt gewesen, dass eine Sportfläche begradigt werden sollte. In der Woche vor Pfingsten wurde der Mutterboden in Eigenleistung abgeholt und mittels eines Kalkstreuers auf dem Sportplatz verteilt. Mit einer Wiesenschleppe wurde Rasensamen eingefügt und der Mutterboden glatt gezogen. Zum Schluss wurde der Sportplatz gewalzt. Nach Beendigung der Arbeiten stellte man jedoch fest, dass sich in dem Mutterboden viele Fremdkörper wie Keramik, Plastik, Steine, aber vor allem Metallreste und Glasscherben befanden.

Der Platz wurde sofort für die Öffentlichkeit gesperrt und der Verein informierte umgehend die Lieferfirma. Diese versuchte dann eine Woche später mit einer LKW-Saug-/Kehrmaschine, die Fremdkörper vom Sportplatz zu entfernen. Dies gelang nicht. „Die Lieferfirma zeigte sich vom Beginn an sehr kooperativ und hat die Minderwertigkeit des Bodens anerkannt. Die Versicherung der Firma ist bereits informiert. Dennoch ist der Platz bis auf weiteres nicht mehr bespielbar. In der kommenden Woche wird ein Gutachter den Schaden begutachten und dann wird man sehen, was passiert. Unsere Fußballmannschaft spielt so lange, wahrscheinlich bis zum Frühjahr, in Westorf“, sagt der Vorsitzende Christian Pischczan.

Um den Platz wieder bespielbar zu machen, gibt es drei Möglichkeiten. Version 1: Rollrasen legen. Dazu muss die Fläche in einer Stärke von rund zehn Zentimetern abgezogen werdenn. Er braucht zusätzlich einen gewissen Untergrund und danach kann der Platz erst nach etwa acht Wochen wieder bespielt werden.

Version 2 ist das Einsäen einer normalen Grasnarbe. Der Aufwand ist wie beim Rollrasen, allerdings muss nach dem Abtragen eine neue Mutterbodenschicht aufgebracht werden, bevor der Rasen eingesät wird. Der Platz wäre erst wieder in vielen Monaten bespielbar.

Version 3: Kunstrasen. Das ist die teuerste Variante. „Wir müssen jetzt erst einmal abwarten wie hoch der Schaden ist und was von der Versicherung gezahlt wird. Dann können wir entscheiden, ob wir eine Förderung des Kunstrasenplatzes im Programm „Moderne Sportstätte 2022“ beim GSV Kalletal beantragen werden“, so der 1. Vorsitzende.

Im Haushalt der Gemeinde stünden hierfür 120000 Euro zur Verfügung, sofern der Verein Mittel aus einem neuen Förderprogramm des Landes bekommen würde. Im letzten Jahr wurde so ein Kunstrasenplatz für Langenholzhausen gelegt. Und laut Bürgermeister Mario Hecker, hat der SV Bentorf aufgrund der entsprechenden Beschlussfassung des Rates die Förderung eines Kunstrasenplatzes im Programm „Moderne Sportstätte 2022“ beim Gemeindesportverband (GSV) Kalletal beantragt. Für die SG Kalldorf steht zunächst das jährliche Sportfest an. Unter dem Motto: „Trocken bleibt nur der Rasen“ gibt es diesmal nur ein großes Boule-Turnier und Spiel und Spass für die Kleinen am Vereinsheim. Ab 18 Uhr laden dann Flammkuchen Wein und Musik die Sportfreunde zum Geselligen Beisammensein ein.