Großgemeinde feiert 50. Geburtstag

Kalletal-Hohenhausen (fmt). Das Heimatfest in Hohenhausen und damit auch die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Gemeinde Kalletal stehen unmittelbar bevor. Die Taller Künstlerin, Renate Lübbing, hat dazu zum Jubiläum aus einem alten Apfelbaum, aus dem garten der Familie Lütkemeier/Hecker aus Waterloo, ein Kunstwerk unter dem Titel „Von der alten Chaussee in Waterloo in die Zukunft von Kalletal“ erstellt und dies jetzt der Gemeinde übergeben.

Renate Lübbing hat bereits einige ihrer Werke in Hohenhausen und Talle aufgestellt und dem Dorf in dem sie lebt den Titel „Märchenhaftes Talle“ verliehen. Mit dem Apfelbaum vor dem Rathaus setzt sie jetzt nicht nur der Gemeinde, sondern auch sich selbst, ein Denkmal.

In monatelanger Arbeit hat sie dem Baum nicht nur immer wieder hin und her gedreht und konserviert, sondern dem toten Stamm auch ein neues Leben eingehaucht. Es ist schon erstaunlich, was sie dabei in der Form und den Wurzeln gefunden hat. Da ist zunächst die große Hand, unterhalb aller eingeschnitzter Namen der Kalletaler Dörfer. „Das ist sozusagen die öffentliche Hand, die alles zusammenhält und für ihre Kinder sorgt“, sagt die Künstlerin. Davor symbolisiert eine Mondsichel die erste Landung von Menschen auf dem Mond. Ein Ereignis, dass ebenfalls vor 50 Jahren stattfand. Den Bezug zum Kalletal bringt nach Aussagen der Künstlerin das Wort Talle, dass in der Mitte das Wort „All“ beinhalte.

Auf der gegenüberliegenden Seite ist der Titel des Werkes in Holz gebrannt: „Von der alten Chaussee in Waterloo in die Zukunft von Kalletal“, die Geschichte des Baumes, der dort in Waterloo sein ganzes Leben gestanden hat, aber auch die Geschichte der Gemeinde, von der, wegen Armut der in die Ferne ziehenden Menschen Lippes, bis zum heutigen Tag. Den Weg in die Zukunft symbolisiert die daran anschließende dritte Hand. Sie liegt gegenüber der Zweiten, die als kleine Hand unterhalb des Baumes symbolisch für die Einnahmen der Gemeinde stehen soll und wie die Große, alles zusammenhält.

Renate Lübbing, die aktives Mitglied im Kalletaler Seniorenbeirat ist, geht in ihrer Arbeit aber noch einen Schritt weiter und sieht in den Wurzelende des Stammes und knorrigen Ausbuchtunen für jedes Dorf ein fabelhaftes Wesen. Jedes Einzelne hat in ihre Definition eine Bedeutung und erzählt so seine eigene Geschichte. Für Erder etwa der Maulwurf der sich nur selten sehen lässt, oder für Bavenhausen die Katze, die wenn sie fort ist, tanzende Mäuse auf den Tisch zurücklässt.

Diese Geschichten hat sie in einem Buch mit Zeichnungen der Stellen zusammengefasst, und Bürgermeister Mario Hecker übergeben. Was nun die „gut ausgebaute Landstraße“, also die „Chaussee“, angeht, so erzählte Ursula Hecker, aus deren Garten der circa 100-ährige alte Baum stammt, dass ihr Großvater dort die Apfelbäume gepflanzt habe. Die Bäume dienten im Herbst den Menschen, um sich kostenlos mit Äpfeln für den Winter zu versorgen.

Die zahlreichen Gäste zur Übergabe des Kunstwerkes, die zuvor vom Bürgermeister Mario Hecker begrüßt wurden, begossen das neue Kunstwerk vor dem Alten Rathaus dann standesgemäß mit Apfelsaft von Apotheker Wilhelm Stock und aus der Produktion der „Saftpresse“ der Jakobischule.