Die Heimat in der Tasche

Extertal/Dörentrup. Die Großkonzerne um Facebook und Google bestimmen einmal nicht die Schlagzeilen, wenn es um das Thema Digitalisierung und Kommunikation im 21. Jahrhundert in den Gemeinden Extertal und Dörentrup geht. Die Bürger selbst haben sich im Projekt Smart Country Side vom Kreis Lippe selbst aktiv eingebracht und haben an Ihrer digitalen Lösung gearbeitet. Was klein mit dem Kreis Lippe Projekt Smart Country Side in Bremke/Rott und Silixen/Kükenbruch und Bega angefangen hat, ist im Laufe der Projektzeit gewachsen. Nun ist es für alle Bürger in Extertal und Dörentrup möglich, sich die App im App Store und Google Play Store kostenlos herunterzuladen.

„Unser Ziel war es von Anfang nicht nur unser Dorf im Blick zu haben, sondern direkt die ganze Gemeinde. Schließlich haben wir alle die gleichen Herausforderungen vor uns“, sagt Heino Rinne, einer der treibenden erhenamtlichen Aktuere aus der Gemeinde Extertal. „Wichtig ist uns vor allem, dass die DorfFunk-App die dörfliche Gemeinschaft unterstützt und als Hilfsmittel für die Dorfkommunikation gesehen wird. Denn mittlerweile kennt eben nicht mehr jeder jeden, so wie das früher oft noch war“, ergänzt Nadine Hellmuth aus dem Ortsteil Meierberg.

Der Erfolg der DorfFunk-App ist dabei gerade auf die Einbindung der ehrenamtlichen Akteure aus den Modelldörfern zurückzuführen; so konnten direkt Wünsche und Bedarfe aufgenommen und bei der Projektumsetzung berücksichtigt werden, „das steigert die Akzeptanz vor Ort und schafft ein Wir Gefühl“, ist sich Landrat Dr. Axel Lehmann sicher.

In der DorfFunk App haben Vereine, Institutionen und Bürger die Möglichkeit sich über den Plausch austauschen, Newsbeiträge von www.exterdigital.de oder www.meindoerentrup.de zu lesen, Biete- und Suchanzeigen zu erstellen und sich Events aus Extertal oder Dörentrup anzugucken. Woher die Infos kommen? Von den Bürgern der Gemeinde selbst. Jeder kann mitmachen und Informationen einstellen. „Je mehr Bürger zum Beispiel aus dem Extertal mitmachen, desto mehr Informationen werden angezeigt“, so Karl-Heinz Kosberg, ein weiterer Ehrenamtlicher aus Bremke.

Einige Erfolge wurden bereits erzielt. So wurden zwei Katzenbabys über die App vermittelt, interessante Diskussionen zum Thema Igel, Insektenvielfahrt und zu Mährobotern geführt und auf zahlreiche Veranstaltungen in unserer Region hingewiesen. Auch diverse Gegenstände wie Wassertanks, Dachziegel und Smartphone haben einen neuen Besitzer gefunden. Und bei der Suche nach einer entlaufenden Katze war der DorfFunk hilfreich. Dabei wird vor allem das Thema Datenschutz groß geschrieben. Dies war eine Grundvoraussetzung für die Entscheidung für den Anbieter Fraunhofer IESE, der die App bereits Deutschlandweit anbietet. „Wir wollen keine virtuellen Realitäten schaffen, sondern Digitalisierung zur lokalen Vernetzung nutzen. Wir wollen über regionale Themen, die uns alle bewegen, informieren und kommunizieren“, fasst Ann-Kathrin Habighorst, Projektleiterin von Smart Country Side vom Kreis Lippe, die Gedanken zur App zusammen. Ziel des Projektes war es von Anfang an, digitale Anwendungen zu entwickeln. Dabei haben die Dörfer und Ehrenamtlichen den Prozess immer aktiv begleitet.

Die Akteure haben dabei weitere Gedanken zu ihrer DorfFunk-App. Bis Ende des Jahres sollen die Themen Gruppenkommunikation und Fahrgemeinschaften angepackt werden.

Auf dem Gemeindefest der Gemeinde Dörentrup am 7. September und beim Familienfest am 14. September an der Mittelstraße haben die Ehrenamtlichen zusammen mit dem Projekt Smart Country Side einen Stand, wo sie viele weitere Informationen über die App erhalten und erfahren können, wie sie sich selber oder ihren Verein in der App präsentieren können.

Weitere Informationengibt es unter www.exterdigital.de oder www.meindoerentrup. de.