70000 Euro Einsparpotenzial

Extertal. Eine Delegation der SPD Extertal hat Vertreter des TuS Brake in deren Sporthaus besucht, um sich über die Erfahrungen des Vereins im Umgang mit deren Kunstrasenplatz auszutauschen.

Der TuS Brake kämpfte seit dem Jahr 2000 um seinen Kunstrasenplatz. Betreiber des Platzes ist die Stadt Lemgo. Dass es zum Bau kam, wurde im Jahr 2017 vom Rat der Stadt beschlossen. Die Planungszeit betrug rund neun Monate, während die reine Bauzeit nur acht Wochen dauerte.

Die Pflegekosten für

Rasenplätze sind höher

als für Kunstrasenplätze

Die Baukosten für den reinen Fußballplatz lagen in Brake bei rund 500000 Euro. Die Entscheidung für den Bau wurde aufgrund der vielen Vorteile getroffen. Laut DFB-Kalkulation belaufen sich die jährlichen Pflegekosten für einen Rasenplatz auf 29700 Euro, wohingegen ein Kunstrasenplatz nur mit 10600 Euro zu Buche schlägt.

Die Stadt Lemgo hat kalkuliert, dass eine Ersparnis in Höhe von zirka 70000 Euro auf einen Zeitraum von 20 Jahren zu erwarten sein wird. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass sich die Reinigungskosten der Gebäude, in denen sich die Spieler umziehen, mehr als halbieren.

Ein Rasenplatz kann pro Jahr etwa 800 Betriebsstunden bieten. Ein Kunstrasenplatz hingegen ist deutlich länger bespielbar und bietet etwa 2200 bis 2500 Betriebsstunden pro Jahr. Nur so können die 15 Mannschaften des TuS Brake ihre Trainings- und Spielzeiten auf nur einem Platz zusammenbekommen.

Ein wesentlicher Punkt, der geklärt werden konnte, war die ökologische Frage: Kunstrasenplätze stehen in der Kritik, da sie Mikroplastik abgeben sollen. Dies liegt nicht an der Rasenfaser an sich, sondern an dem Füllmaterial, das auf den Platz aufgebracht werden muss, um bespielbar zu werden. In Brake kommen gedrehte Fasern zum Einsatz und Kork als natürliches Füllmaterial. Diese Kombination stellt eine hohe Haltbarkeit des Platzes sicher. Zudem stellen die Kork-Kügelchen nach Angaben von Experten keine Belastung für die Umwelt dar.

Ein ähnliches System wird auch auf anderen Plätzen im lippischen Umland genutzt. Natürlich kommt auch im Extertal ausschließlich ein ökologisch verträglicher Kunstrasenplatz infrage, betonten die Vertreter der SPD Extertal bei ihrem Besuch.