Jakobischule für weitere fünf Jahre „Schule der Zukunft“

Kalletal-Hohenhausen (rto).

Das Beste kam wie immer zum Schluss: Am Ende des Tages der offenen Tür verkündet Schulleiter Dr. Eike Stiller, dass die Rezertifizierung für die „Schule der Zukunft“ für die nächsten fünf Jahre erreicht wurde. Dazu bringt der stellvertretende Bürgermeister Ulrich Kellmer noch die Auszeichnung „Gute Schule 2020“ mit. Auszeichnungen, auf die die Gemeinschaftsschule nicht nur stolz ist, sondern die auch darauf hinweisen, wie zukunftsorientiert man hier in die Unterrichte geht.

„Mit der Auszeichnung ‚Gute Schule 2020‘ hat die Gemeinde es erreicht, dass rund 271000 Euro an Fördermitteln jährlich in der Zeit seit 2017 bis 2020 in alle Schulen im Kalletal fließen“, sagt Ulrich Kellmer. Das Geld wird nicht nur in der Jakobischule in die digitale Ausstattung gesteckt. Daran anschließen wird sich der „Digitalpakt NRW“ von 2019 bis 2024, über den noch einmal rund 366000 Euro für alle Schulen kommen werden. In der Jakobischule sollen dann alle Schüler mit digitalen Endgeräten ausgestattet werden. „Die ersten 60 iPads sind bereits da“, sagt Schulleiter Dr. Stiller. Zur Rezertifizierung hätten unter anderem die Streuobstwiese, der „Saftladen“, in dem der eigene Apfelsaft hergestellt und verkauft wird, aber auch die gute Kooperation mit Firmen im Projekt „Solarcup“ und nicht zuletzt das „Namib Desert“-Projekt beigetragen, fügt Dr. Stiller noch hinzu.

Beim Tag der offenen Tür wurden aber auch Unterrichtsangebote gezeigt und individuelle Beratung durch die Schulleitung gegeben. Es gab einen Infostand des Fördervereins und der Schulpflegschaft. Zur Eröffnung tanzte der Profilkurs „Modern Mix“. In den Technikräumen war vor allen der Chemieraum gefragt. Auch die Solar-Cup-Gruppe war vertreten und lud mit einigen Fahrzeugen auf einem abgesperrten Parcours ein. Den Abschluss fand der Tag mit der Theateraufführung „Romeo und Julia“ des Profilkurses Theater.

Die Anmeldezeiten für den Jahrgang 5 sind vom 15. bis 21. Februar jeden Samstag von 9 bis 12 Uhr und Montag bis Mittwoch von 8 bis 15 Uhr, Donnerstag von 8 bis 16.30 Uhr und Freitag von 8 bis 13 Uhr.

Damit aber noch nicht genug: Im Rahmen des Schulprojektes „SozialGenial“ haben die Schüler der Jacobischule Kalletal über 4000 Euro gesammelt. Die Hälfte des Geldes wurde jetzt für das Projekt „NaDEET (Namib Desert Environmental Education Trust) Protecting Namibia’s environment by educating people to live a sustainable lifestyle“ gespendet, der andere Teil soll für schulische Belange genutzt werden.

2084 Euro haben David Schlegel und Celina Kweicz als Schülervertreter zusammen mit Schulleiter Dr. Eike Stiller an das Projekt „Freundschaft mit NaDEET“ übergeben. Der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Reinhard Keding, Ex-Bischof der deutschsprachigen Evangelischen Kirche in Nambia und Pastor im Ruhestand, war dazu extra aus Bad Laer bei Osnabrück ins Kalletal gekommen. „NaDEET“ ist eine in Namibia gegründete NGO, die sich der Entwicklung des Umweltbewusstseins in Namibia verschrieben hat.

„Das Projekt in Namibia dient dem Umweltbewusstsein sowie dem praktischen Umweltverhalten“, sagte er bei der Scheckübergabe. Hier werden Schulklassen von Montag bis Freitag eingeladen, sich mit den Problemen ihrer Umwelt vertraut zu machen und sich entsprechend umweltschonend zu verhalten. So werden zum Kochen für die rund 80 Schüler pro Woche etwa Solarkocher eingesetzt. Ein Solarkocher ist ein etwa 200 Euro teures, parabolspiegelähnliches Gerät, das die Sonnenwärme nutzt, um im Mittelpunkt des Gerätes eingespannte Töpfe zu erhitzen. Bei dem Projekt der Jakobischule gehen die Schüler in Betriebe oder zu Verwandten und arbeiten für einen freiwilligen vorher ausgemachten Stundenlohn. In diesem Jahr kamen so rund 4190 Euro zusammen. David Gonzales, der als Lehrer das Schulprojekt begleitet, sagte, dass das Projekt bei den Schülern sehr gut ankomme. „Auch das Teilen ist kein Problem“, fügt er an.

„Großes Lob an die Schülerinnen und Schüler der Jacobischule, die im Rahmen des Schulprojektes ‚SozialGenial‘ so fleißig Geld gesammelt haben“, sagte auch Bürgermeister Mario Hecker, der ebenfalls eingeladen war. Er war von dem Projekt in Namibia so beeindruckt, dass er Reinhard Keding bat, sich dafür einzusetzen, dass er das Projekt als Partner für das Kalletal gewinnen möge. „Im Rahmen der Zertifizierung für eine nachhaltige Kommune suchen wir noch so etwas, um die Bedingungen zu erfüllen. In diesem Fall wäre das Thema Nachhaltigkeit ja für beide Teile gegeben“, sagte er.

Reinhard Keding versprach sich einzusetzen und verteilte Kalender mit Bildern aus Namibia an die Schüler als Dank für ihren Einsatz. Er wies noch darauf hin, dass sein Verein alle zwei Jahre eine Studienreise nach Namibia ausrichte und lud dazu ein.