Wehr Dörentrup stemmt Jahr der Rekordeinsätze

Dörentrup (jn). Die Freiwillige Feuerwehr Dörentrup hat ihre Einsatzstatistik des vergangenen Jahres vorgelegt und damit einen Strich unter ein weiteres Jahr der Rekorde gezogen. Wie Bürgermeister Friedrich Ehlert es bei der Jahreshauptversammlung einleitend benannte: "2018 war schon turbulent, wir hätten alle nicht gedacht, dass 2019 noch weit mehr Einsätze bringen würde." Und auch Wehrführer Stephan Kempa fasste in seiner Rede zusammen: " Diese Menge der Einsätze, das stellt die Grenze dessen dar, was für die Feuerwehr Dörentrup machbar ist."

Und dabei bildet die Gesamtzahl von 90 Einsätzen für die Dörentruper Wehr (in 2018 waren es 64) noch nichtmal die ganze Wahrheit ab. Denn das massive Einsatzaufkommen rund um das Unwetter am 20. Mai - mit insgesamt 62 Einsatzstellen, die von 64 Feuerwehrmitgliedern in 830 Einsatzstunden bereinigt wurden - wird in der Statistik als lediglich EIN Einsatz gewertet. Ließe man die Statistik außen vor, wären es also 152 Einsätze im Gesamtjahr 2019 gewesen. Diese Einsätze lassen sich in 17 Brandeinsätze, 43 Technische Hilfeleistungen, 16 Öleinsätze, neun Fehlalarme und fünf Einsätze für überördliche Hilfeleistung aufsplitten. In Gesamtsumme kam so eine Zahl von 2.372 Einsatzstunden zusammen, im Vorjahr waren es 2.707.

Aktuell gehören der Freiwilligen Feuerwehr Dörentrup bei konstanter Entwicklung 121 Mitglieder an, davon sind 73 aktive Kameraden (11 Frauen, 62 Männer). 25 Kameraden gehören der Alters- und Ehrenabteilung an, 23 sind Mitglieder der Jugendfeuerwehr (sieben Mädchen und 16 Jungen). Den vier Abteilungen der Wehr - Humfeld, Bega, Wendlinghausen und Dörentrup-Zentrum - stehen insgesamt 12 Einsatzfahrzeuge zur Verfügung die ein statistisches Durchschnittsalter von 16,8 Jahren aufweisen. In 2020 wird, nach Angaben von Bürgermeister Ehlert, außerdem ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug ausgeschrieben werden, der Dörentruper Rat hat dies bereits bewilligt.

Anschaffungen im vergangenen Jahr waren u.a. ein Mannschaftstransportfahrzeug, ein Kommandowagen, eine Wärmebildkamera, ein STAB-Fast System, ein Totmannwarner sowie weitere persönliche Schutzausrüstungen. Nach Angaben von Wehrführer Stephan Kempa ging in 2019 denn auch ein Großteil der Ausgaben der Feuerwehr für Pflege und Austausch der Ausstattung drauf.

Neben den Einsätzen sind die Dörentruper aber auch für eine rege Brandschutzaufklärung in Kindergärten und Schulen sowie Ausbildung bekannt, was sich auch in 2019 wieder zeigte. 12 Ausbilder bildeten insgesamt 25 Feuerwehrkameradinnen und -kameraden aus, was eine Stunendzahl von 1.568 Stunden allein für Aus- und Weiterbildung bedeutet.

Voller Stolz verwiesen die Dörentruper auf ihren Wehrleiter Stephan Kempa, der in 2019 das "Deutsche Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold" erhielt, die höchste Auszeichnung, die es in Deutschland für die Feuerwehr gibt.

Aus dem Amt verabschiedet wurde an diesem Abend Christian von Borck, der sich nach 25-jährigem Einsatz als Jugendwart und ab dem Jahr 2016 als stellvertretender Gemeindejugendfeuerwehrwart aus dem Amt zurückzieht.

Ihm folgt Florian Schlue aus der Einheit Bega nach, der für sechs Jahre zum stellvertretenden Gemeindejugendfeuerwehrwart ernannt wurde.

Zum Oberfeuerwehrmann wurden Jan Ansorge, Christoph Böhmke, Kevin Elliott, Simon Hofer und Tobias Klaas befördert. Hendrik Reuter ist ab sofort Hauptfeuerwehrmann. Benedikt Lindner-Markert bekleidet ab sofort den Rang des Unterbrandmeisters. Zum Brandmeister wurden Jan Bhendt, Florian Brand und Marcel Kunze befördert, Florian Weihs zum Oberbrandmeister. Felix Meyer und sein Bruder Florian Meyer sind ab sofort Brandinspektoren und Christoph Ungermann bekleidet ab sofort die Position des Brandoberinspektors.

Neben den Beförderungen standen an diesem Abend natürlich auch die Ehrungen im Vordergrund, die einmal wieder deutlich machten, über welche lange Zeit sich zahlreiche Männer und Frauen ehrenamtlich für die Allgemeinheit und ihre Gemeinde engagieren. Stellvertredend für Rat und Gemeinde Dörentrup drückt Bürgermeister Friedrich Ehlert denn auch seinen Dank und seinen Respekt dafür aus - und schritt direkt zur Tat: Mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen NRW in Silber für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Felix Meyer, Florian Meyer und Christoph Ungermann ausgezeichnet. Das Feuerwehr-Ehrenzeichen NRW in Gold für 35-jährige Mitgliedschaft erhielt Jörn Klaas. Und unter stehenden Ovationen wurde Ehrenwehrführer Gemeindebrandinspektor Werner Depping mit dem Feuerwehr-Ehrenabzeichen der Gemeinde Dörentrup in Gold für 60-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Ebenfalls anwesend war der scheidende Kreisbrandmeister Karl-Heinz Brakemeier, der das Grußwort des Landrates überbrachte und sich in seiner Rede ganz deutlich gegen Radikalismus in jeder Form ausprach.

Die Versammlung der Feuerwehr stand aber auch unter dem Eindruck der politischen Zeitrechnung: Im Wahlkampfjahr 2020 waren Vertreter sämtlicher Dörentruper Parteien erschienen, um sich bei den Mitgliedern der Feuerwehr zu bedanken und Gesicht zu zeigen. Für die CDU trat Jens Sommer ans Rednerpult, CDU-Bürgermeisterkandidat Friso Veldink hielt sich noch im Hintergrund. Ewa Herrmann war für die Grünen gekommen, Martin Grohnert für die SPD und Sabine Petig für die FDP.