Kalledonien helau: Party im Zelt ersetzt Prunksitzung & Kostümfest

Kalletal-Kalldorf (rto). Ausverkauf hieß es schon früh zur Karnevalparty in Kalldorf. Der Elferrat hatte entscheiden, wegen der Sanierung der Sporthalle in Hohenhausen, die Prunksitzung ins Zelt nach Kalldorf zu verlegen. Gleichzeitig fiel auch das sonst sehr niveauvolle Kostümfest aus und beide Veranstaltungen wurden in der Karnevalsparty zusammengefasst.

Eine Entscheidung, die der Situation entsprechend sicher richtig ist, die beiden großen Veranstaltungen aber auf keinen Fall ersetzen kann. Im sehr engen Zelt fanden zudem immerhin gut 25 Prozent weniger Besucher Platz als in der vergleichbaren Prunksitzung in der Sporthalle in Hohenhausen. Doch gut gelaunt begrüßte Sitzungspräsident Michael Grüttemeier die Gäste im ausverkauften Zelt auf dem Sportplatz mit den Worten: „Der Karneval ist zurückgekehrt an seinen Ursprungsort, in die eigentliche Hauptstadt des Kalletals“.

Ein Zeltfest ist aber ein Zeltfest und so war auch die Atmosphäre trotz der schnell steigenden Stimmung eben eine solche. Die Enge zwischen den Stuhlreihen machte es den Akteuren nicht leicht die Bühne zu erreichen. Diese war kleiner als in Hohenhausen, das Prinzenpaar und der stehende Elferrat in die Ecke gerückt, auch das Programm auf nur noch wenige Punkte reduziert. Auch das Catering war einem Zeltfest entsprechend auf Pizza und Schnitzelbrötchen minimaliert.

Alles sollte anders sein, so auch die Rede des amtierenden Prinzenpaares. Prinz Frank III. Schwier eröffnete zunächst mit zwei Varianten die er schnell verwarf, um zusammen mit Prinzessin Denise I. Luhmann mit dem Song „Highway to Hell“ rockend über die Bühne zu hüpfen. Danach erklärten die beiden jedoch traditionell die Kussfreiheit. In diesem Jahr aber auch nur für eine kurze Zeit, denn schon eine Woche später folgt der Festumzug.

Bürgermeister Mario Hecker übergab mit kleinen Gaben aus einem großen Korb die Rathausschlüssel und erinnerte an das früher übliche Spiegeleierbraten nach jeder Party. In Reimform lud er zum Wohnsitz des Prinzen ein und erntete dafür großen Applaus.

Begeisterung lebte dann bei den Auftritten der Prinzengarde und der ‚Kalle Queens‘ auf. Die jungen Mädchen der ‚Kalle Queens‘ begeisterten mit ihrer Akrobatik und auch der Showtanz der Prinzengarde unter dem Motto “Circus“ kam einem Feuerwerk gleich.

Die ‚Exxes‘, die alte Prinzengarde, leider nicht im offiziellen Programm vorgesehen, gratulierte mit einer gewohnt gekonnten Tanzeinlagen ihrem Prinzenpaar. Von ihnen hätte man gerne mehr gesehen, stattdessen mussten die Gäste ‚Bauer Frank‘ ertragen, ein absoluter Tiefpunkt des Abends.

Das Helene-Fischer-Double, Jenny holte die Gäste erwartungsgemäß auf die Stühle. Mit ihrer Showeinlage sorgte sie auch dafür, dass die Heizung im Zelt abgestellt werden konnte.

Gegen 21.45 Uhr war das Bühnenspektakel vorbei. Tische wurde weggeräumt und die Tanzfläche freigegeben.

Michael Grüttemeier, der sich zuvor schon mehrfach freudig über die hohe Zahl kostümierter Gäste geäußert hatte, kündigte noch eine Prämierung eben dieser an. Auch ‚Jenny‘ hatte noch einen Auftritt, bevor das Zeltfest-Experiment spät in der Nacht sein Ende fand.

Bleibt zu hoffen, dass zumindest das Kostümfest im nächsten Jahr wieder stattfinden wird, denn die Auswahl wirklich schöner und mit Liebe und Akribie ausgesuchter Kostüme, auch die wunderbaren Gruppenkostüme fehlten schon.