Carnevalos lassen Alverdissen wieder einmal ausflippen

Barntrup-Alverdissen (ar). Das närrische Großereignis, die große Prunksitzung des Alverdisser Karnevalvereins Carnevalos, sorgte am Samstagabend in der vollbesetzten Mehrzweckhalle für einen Kracher nach dem anderen. Helau Alverdissen, „Eine verrückte Reise durch die Zeit“ war das Motto, und so ging es rasant durch die Vergangenheit und Gegenwart, bunt gemixt mit launigen Büttenreden, Tanzvorführungen, Zauberei und mehr oder weniger treffsicheren Gags. Dass die engagierte Truppe um Präsident Michael Braatz sich dafür voll ins Zeug gelegt, lange geprobt und sich eine Vielfalt von Themen auf die Fahnen geschrieben hatte, war bemerkenswert, zeigte es doch, dass in jedem Jahr an der Qualität gefeilt und letztlich ein fantastisches Ergebnis auf die Bühne gebracht wird. In der stilvoll geschmückten Halle war kein Platz mehr frei. Da saß eine ganze ägyptische Delegation, frisch den Pyramiden entsprungen, da tobten Mainzelmännchen durch den Saal, da stolzierten Musketiere herum, und zahlreiche bunte Perücken, Hüte, Nasen und Shirts zeugten von der Freude an Verkleidung. Die Stimmung brodelte schon, als Sitzungspräsident Jörg Mahner zunächst das bisher regierende Prinzenpaar Thomas I. (Schwekendiek) und Irina I. (ebenfalls Schwekendiek) zur Verabschiedung auf die Bühne beorderte und danach den neuen Prinzen Markus I. (Jacobi), Bauer Axel I. (Kleemann) und Ihre Lieblichkeit Rainhilde I. (Rainer Wagenschieber) als Jungfrau auf die Bühne bat und mit ihnen das neue Dreigestirn präsentierte.

Mit dieser Konstellation gehen die Carnevalos nunmehr in die neue Session, und die drei machten sich ihre neue Funktion auch gleich mit launigen Beiträgen zu eigen. Da passte das „Dreigestirn“ ganz besonders zu Prinz Markus, ist dieser aus seiner Heimatstadt Köln doch an diese Unterstützung gewohnt. Und, zack, startete ein erstklassiges Programm mit den kleinen Funken, gefolgt von den Kids, die mit dem „King of Pop“ in die Zeitreise tanzten. Schon jetzt war das Publikum auf Betriebstemperatur, trampelte, klatschte und johlte. Zauberhafte Momente bescherte Frank Katzmarek, ein Zauberer, der mit schnellem Mundwerk und schnellen Händen Überraschungen parat hatte, auf die der Saal mit vehementem Applaus reagierte.

Einen ersten großen Höhepunkt landete das Männerballett, das mit „Schwanensee“ eine Interpretation zeigte, die bewies, dass auch Männer mit mehr oder weniger Bauch ein einfühlsames Drama hinlegen können, wenn auch nicht im Spitzentanz. Witzig dann die Anlehnung an das bekannte Quiz „Geld oder Liebe“, das von Tamara Rose und Emely Kleemann souverän auf die Bühne gebracht wurde. Ihnen gelang es sogar nach gutem Zureden, Kandidaten aus dem Publikum zum Mitmachen zu bewegen, was in Alverdissen offensichtlich nicht so einfach ist. Sie übernahmen auch die Prämierung der Einzel- und Gruppenkostümierungen, was bei den Zuschauern nur eingeschränkt geteilt wurde.

So steuerte der Abend dann auf seine absoluten Highlights hin. Der Auftritt der (weiblichen) Müllmänner brachte den Saal zum Toben, der Auftritt von „Brazzo“, nämlich Präsident Michael Braatz, der verdächtig an Markus Krebs erinnerte, ließ mit zahlreichen Kalauern und manchmal schlüpfrigen Witzen hier und da Lachtränen laufen. (...)

Doch der absolute Hit des Abends wurde der „König der Löwen“. Was da aus diesem Musical an Tanzshow geboten wurde, war allererste Qualität. Fein abgestimmte, dynamische Choreografie, tänzerische Höchstleistung und stimmige Kostümierung, die Teilnehmer haben sich damit ein riesiges Kompliment verdient. Die fulminanten Showacts und die perfekte Abendgestaltung der Carnevalos sind damit ein unverzichtbarer Teil des gesellschaftlichen Lebens in Alverdissen. Hut ab!