Heimatverein sucht Zusammenarbeit mit Schloss

Kalletal-Stemmen (rto). Der Heimatverein Varenholz-Stemmen sucht eine kooperative Zusammenarbeit mit dem Schloss Varenholz. Diese Zusammenarbeit soll über die bisherigen Veranstaltungen – Martinsumzug, Weihnachtsmarkt – hinausgehen. Das sagte der Vorsitzende des Heimatvereins, Michael Eggersmann, jetzt auf der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Brand. Christian Busse vom Internat in Varenholz begrüßte das Angebot. Er war zur Versammlung gekommen, um mit einem kleinen Vortag über die Arbeit im Schloss zu informieren.

Gekommen war auch Jakob Stichnot. Der 18-jährige Internatsbewohner war bei den vergangenen Veranstaltungen des HVV schon durch seine aktive Mitarbeit aufgefallen. Nun soll er dabei helfen, die Jugendlichen in ein angestrebtes Projekt des HVV zusammen mit dem Schloss zu aktivieren. „Jakob hat für vieles bereits so viel Interesse gezeigt, dass er jetzt auch ein Praktikum in meinem Betrieb machen wird. Eine Ausbildung bei uns schließe ich nicht aus“, so Michael Eggersmann. Zusammen mit den ersten Jugendlichen aus den beiden Weserdörfern bildet der Jugendliche jetzt schon so etwas wie die Sperrspitze einer aufzubauenden Jugendgruppe im Heimatverein.

Christian Busse berichtete über die steigende Zahl der Jugendlichen, die aus gestörten Familienverhältnissen nach Varenholz kommen. „Wir möchten diesem Jugendlichen – der Mädchenanteil ist in den letzten Jahren von fünf auf jetzt rund 30 Prozent gestiegen – hier ein Zuhause bieten und sind deshalb auch sehr an Kooperationen im Dorf interessiert. Wir haben jetzt schon einige Jugendliche in der Feuerwehr und den umliegenden Sportvereinen. Das gibt ihnen Halt“, sagte Christian Busse. Projekte wie der Weihnachtsmarkt oder das jetzt angedachte Projekt eines „Jugend-Rangers“ in dem zukünftigen Weserauengebiet werden von ihm voll unterstützt.

„Ich werde dazu auch bei den Kollegen werben“, sagte er. Gleichzeitig berichtete er noch darüber, dass die Einrichtung das frei gewordene Haus der Alteneinrichtung Ackermann gekauft habe. Hier sollen zukünftig zwei kleine Wohngruppen untergebracht werden.

Am Ende bedankte sich der Internatsvertreter für die immer noch große Kooperationsbereitschaft im Dorf, obwohl, wie er sagte, die Belastung durch die Jugendlichen doch manchmal sehr hoch sei. Auch er lobte Jakob Stichnot noch einmal und meinte, dass der junge Mann ein gutes Beispiel für weitere Jugendliche sein könne.

In der weiteren Versammlung informierte der Vorsitzende darüber, dass Hans Ulrich Krause und Britta Distelhorst den Vorstand wegen Unstimmigkeiten verlassen haben. „Manche werden mit Veränderungen fertig, Andere nicht. Wir müssen aber Strukturen ändern, wenn wir als Verein überleben wollen. Dazu gehören nicht nur junge Leute und die Neuen Medien, sondern auch eine Vernetzung mit den Vereinen im Ort und den Nachbarvereinen“, sagte der Vorsitzende und wies auf die neuen Veranstaltungen des Heimatvereins hin.

Der Willi-Bunte-Preis, der im vergangenen Jahr von Hans-Ulrich Krausse initiiert als Wanderpokal vergeben werden sollte, wurde in diesem Jahr nicht mehr vergeben. „Wir haben im Vorfeld bestimmte Menschen angesprochen. Aber niemand wollte ihn haben. Alle haben abgelehnt und gesagt, wir tun hier freiwillig etwas Gutes und wollen darüber nicht sprechen oder besonders geehrt werden. Das ist hier auch im Vorstand verstanden worden“, sagte der Vorsitzende. In Übereinstimmung mit der Kirche wurde der Pokal dann an Vera Varlemann übergeben, die ihn jetzt dem Varenholzer Dorfarchiv beifügen wird.

Am 28. März wird der HVV seine Müllsammelaktion starten. Das Fährfest findet am 8. August statt und der Martinsumzug am 6. November. Der gemeinsame Weihnachtsmarkt mit dem Schloss Varenholz ist für den 28. November geplant. Der Verein hat aktuell etwas über 200 Mitglieder. Rund 40 Mitglieder waren zur Jahreshauptversammlung gekommen und nahmen gemeinsam am traditionellen Schnitzelessen zum Abschluss teil.