In Planung: Eine neue Mosterei für das Kalletal

Kalletal-Echerternhagen (rto). Es wird bald wieder lokal gepressten Saft aus dem Kalletal geben: Die Gemeinde Kalletal wird in Kürze mit Werner Klemme einen Kaufvertrag über eine Gewerbefläche in Echternhagen II abschließen. Werner Klemme hatte im letzten Jahr zusammen mit seiner Frau Sabine den Hofladen in Dalbke übernommen und will auf der, zur Rede stehenden, Fläche eine Mosterei errichten.

Damit wird es im Kalletal, nachdem die Mosterei Becker in Lüdenhausen ihren Betrieb vor einigen Jahren eingestellt hat, wieder eine Mosterei geben, bei der man seine Äpfel und weiteres Obst zu Saft pressen lassen kann.

Auf einem Pressetermin sprach das Ehepaar jetzt über seine Pläne und wie es überhaupt zur Idee kam: Seit drei Jahren schwelt der Gedanke über die neue Mosterei bereits in den Köpfen der beiden. Zunächst war daran gedacht, das Gebäude direkt neben den Hof in Dalbke auf den dortigen Parkplatz unterhalb des alten Tierparks zu setzten. „Doch die Anbindung an die Kanalisation und die Baugenehmigung mit den viele Auflagen der Hygienevorschriften für einen solchen Betrieb zeigte zu viele Probleme auf“, so Werner Klemme.

Gelände am Echternhagen bietet Idealvoraussetzungen

In Gesprächen mit der Verwaltung schlug der Bürgermeister dann das Grundstück am Kreuzweg im Gewerbegebiet Echternhagen vor. Hier soll nun bis zum Herbst auf ca. 1.500 Quadratmetern das 180 Quadratmeter große Gebäude mit Lager entstehen.

Unterstützung bei seinem Vorhaben findet das Paar durch die Familie. Der Schwager von Werner Klemme hat ebenfalls eine Mosterei in Bayern und gibt die nötigen Tipps für den Anlagenbau. Sabine Klemmes Vater, ebenfalls aus Bayern, hat den Holzrahmenbau entworfen und sorgt für dessen Aufbau. Insgesamt investiert das Paar hier rund eine Viertel Million Euro.

Größenordnung von bis zu

hunderttausend Litern Saft

Wenn der Betrieb wie geplant Ende August, Anfang September los geht, dann sollen hier ca. siebzig bis hunderttausend Liter Saft im Jahr produzieren. „Die Saison für Obstsäfte geht aber nur von August bis Oktober. In dieser Zeit soll der Saft der Kalletaler und der für den Eigenbedarf für unseren Hofladen gepresst werden. In den anderen Monaten könnte ich mir vorstellen, in Form einer Lohnmosterei Rote Beete oder Karottensaft zu pressen. Diese Säfte werden in der Lebensmitteindustrie stark nachgefragt“, so der junge Investor.

Vorstellen könnte er sich auch, die Anlage in den Monaten zu Mohnsäuberung zu nutzten. Wie aus diversen Berichten anderer Medien ja zu erfahren war, hat er sich seit dem letzten Jahr auf den genehmigten Anbau von Mohn festgelegt. Der Mohn wird in der Backindustrie für Brötchen und Kuchen eingesetzt und hat eine große Nachfrage.

Und noch etwas hat das Ehepaar Klemme geplant: Mit dem Start der Saftproduktion will der Hofladen Klemme je 1.000 Liter produzierten Safts einen Obstbaum in Kalletal pflanzen und so dabei mithelfen, einen Schwerpunkt auf die Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für das Thema “Obst“ legen. „Es kann nicht sein, dass jedes Jahr Tonnen von Obst einfach liegen bleiben oder auf den Kompost geworfen werden. Auch das war eine Intention für uns, die Mosterei in Angriff zu nehmen“, sagt Werner Klemme abschließend.