Neue Lernplattform kommt bei Schülern gut an

Barntrup. Im Unterschied zu vielen anderen Schulen sieht sich das städtische Gymnasium Barntrup sehr gut gerüstet für die kommenden Wochen ohne Präsenzunterricht. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die Schulgemeinschaft dazu entschieden, eine eigene Lernplattform anzuschaffen, und der Schulträger hatte sich bereit erklärt, die dafür notwendigen finanziellen und logistischen Mittel bereitzustellen. Aufgrund dieser vorbildlichen Zusammenarbeit konnte das System, dessen Hauptbestandteil ein eigener Webserver im Schulgebäude ist, bereits nach den Sommerferien 2019 in Betrieb genommen werden.

Seitdem haben sich sowohl die Schüler als auch die Lehrkräfte mit dem schuleigenen Netzwerk „IServ“, das sowohl über den Internetbrowser als auch über eine eigene App auf dem Smartphone oder Tablet genutzt werden kann, vertraut gemacht. Diese Software bietet eine Vielzahl an Funktionen, mit denen eine verlässliche Erreichbarkeit aller Beteiligten und das Teilen von Arbeitsmaterial sowie weitere Möglichkeiten gewährleistet sind. Niemand konnte ahnen, dass sich das System bereits nach einem guten halben Jahr so umfangreich bewähren musste!

Tatsächlich hat die Lernplattform in den ersten drei Wochen Distanzlernen absolut störungsfrei funktioniert und war in der Regel auch zuverlässig erreichbar. In der ersten Woche der Osterferien hat die Schulleitung die Erfahrungen mit der Lernplattform in einer Umfrage gesammelt. Fast drei Viertel der Schüler haben daran teilgenommen und ihre Erfahrungen mitgeteilt. Hier sind die wichtigsten Ergebnisse:

Sehr große Mehrheiten haben keine technischen Probleme und kommen gut mit dem Programm zurecht.

Die Materialien, die die Lehrkräfte über das System zur Verfügung gestellt haben, wurden insgesamt positiv bewertet. Der Arbeitsumfang ist für zwei Drittel in Ordnung, für ein Drittel zu hoch. Dazu sagt Markus Tackenberg, stellvertretender Schulleiter: „Diese Antwort muss man wohl im Zusammenhang mit den Äußerungen sehen, die hinsichtlich der Verteilung des Pensums zwischen Neben- und Hauptfächern gemacht wurden. Da hatten manche Schülerinnen und Schüler das Gefühl, in den Nebenfächern mehr Aufgaben zu bekommen als man in der tatsächlichen Unterrichtszeit hätte schaffen können.“

Die tägliche Arbeitszeit wurde von den Schülern im Durchschnitt mit rund 3,7 Stunden angegeben. Verglichen mit einem normalen Schultag von 7.30 bis 12.45 Uhr erscheint dies nicht unverhältnismäßig hoch.

Selbstorganisation, Zeiteinteilung und gewissenhaftes Arbeiten wurden von der großen Mehrheit gut bewältigt.

Sich selbst zu motivieren hat bei zwei Dritteln gut geklappt.

Leider haben sich 30 Prozent bei Problemen nicht bei den Lehrkräften gemeldet. Die, die sich gemeldet haben, bewerten die erhaltene Unterstützung zu 85 Prozent als hilfreich und zeitnah.

Einige Schüler kritisierten, dass sie auf ihre eingereichten Aufgaben zum Teil keine Rückmeldung von Lehrkräften bekamen. Dazu meint Markus Tackenberg: „Im ‚normalen‘ Unterricht wird bei Weitem nicht jede Hausaufgabe besprochen und korrigiert. Wenn man bedenkt, dass eine Lehrkraft oft an einem Tag Unterricht in fünf verschiedenen Lerngruppen mit durchschnittlich 25 Schülerinnen und Schülern, also insgesamt etwa 125 Personen, hat, ist auch klar, dass es nicht möglich ist, immer jeder und jedem eine Rückmeldung zu geben. Dennoch werden wir uns bemühen, im Rahmen der Möglichkeiten in Zukunft mehr Feedback zu geben und Wertschätzung zu vermitteln. Sicherlich ist dies eine der Problematiken, die besonders deutlich macht, dass der menschliche Kontakt und das kooperative Beisammensein in der Schule einfach durch nichts zu ersetzen sind.“

Das Gymnasium wird weiterhin voller Energie im Lernen auf Distanz arbeiten, damit die Schüler ihr Wissen und ihre Kompetenzen aufbauen und langfristig keine Bildungsnachteile durch die Corona-Krise entstehen. Mit der zuverlässigen Lernplattform ist man nach Ansicht der Schulleitung gut aufgestellt. Gemeinsam arbeiten Lehrkräfte und Schülerschaft an der Umsetzung digitalen Unterrichts, der sicherlich auch noch nach Schulöffnung einen großen Stellenwert haben wird.