Barntrup (red). Die historische Blutbuchenallee in Barntrup bietet Bürgerinnen, Bürger sowie Gäste eine Gelegenheit, Geschichte und Natur auf ganz neue Weise zu erleben. Im Rahmen des Projektes „Grüne Infrastruktur“ wird die historische Blutbuchenallee nicht nur durch Nachpflanzungen ökologisch aufgewertet, sondern es ist zugleich ein spannendes Bildungsprojekt zur Geschichte des Naturdenkmals entstanden.
Doch die Bäume selbst sind nicht die einzigen Zeitzeugen, die es hier zu entdecken gibt. Unter dem Motto „Wenn Bäume reden könnten“ haben sich Schülerinnen und Schüler der Grundschule Barntrup sowie des Städtischen Gymnasiums intensiv mit der Historie der Allee beschäftigt und ihre Bedeutung aufgearbeitet. Die Ergebnisse dieser generationsübergreifenden Zusammenarbeit sind ab sofort auf drei Infotafeln entlang der Blutbuchenallee zu sehen. Sie laden Spaziergängerinnen und Spaziergänger dazu ein, die Allee mit anderen Augen zu betrachten und sich auf eine kleine Zeitreise durch die Geschichte zu begeben. Sie vermitteln Wissenswertes über die Allee und ihre Bäume und zeigen zugleich, welche Geschichten ein solcher historischer Ort erzählen kann.
Das Projekt soll dabei nicht an den Informationstafeln enden. In enger Kooperation mit dem Heimatverein Barntrup entsteht derzeit eine ergänzende Website. Dort werden künftig weiterführende Informationen, historische Hintergründe und digitales Kartenmaterial bereitgestellt. Damit auch internationale Gäste die Geschichte der Blutbuchenallee kennenlernen können, werden die Inhalte der Infotafeln dort zusätzlich in verschiedenen Fremdsprachen verfügbar gemacht.
Eingebettet ist das Barntruper Projekt in das größere Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben „Grüne Infrastruktur in ländlichen Regionen“ des Kreises Lippe. Der Kreis Lippe ist bundesweite Modellregion für die Umsetzung des Bundeskonzeptes Grüne Infrastruktur und wertet gemeinsam mit den Projektpartnern Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL), Hochschule Osnabrück und Landschaftsverband Westfalen-Lippe in insgesamt sieben Schwerpunkträumen Natur und Landschaft auf – darunter auch das Begatal zwischen Barntrup und Dörentrup. Ziel ist es, Biotopverbund, Erholung und historische Kulturlandschaft gemeinsam zu denken und zu fördern.
„Die Blutbuchenallee ist mehr als eine Reihe besonderer Bäume. Sie ist ein Stück Barntruper Geschichte und gleichzeitig ein Ort, an dem Natur, Kultur und Bildung miteinander verbunden werden“, so Bürgermeister Borris Ortmeier.
Die Blutbuchenallee zeigt damit eindrucksvoll, wie „Grüne Infrastruktur“ mehr sein kann als die ökologische Aufwertung eines Ortes. Sie schafft Raum für Natur, bewahrt Geschichte, vermittelt Wissen und bringt Menschen unterschiedlicher Generationen zusammen.
Wenn Bäume reden könnten, hätten sie in Barntrup viel zu erzählen.