Barntrup-Alverdissen (rr). Bei dem Geruch von Diesel, heißem Öl und dem hämmernden Geräusch zahlreicher großvolumiger Treckermotoren ging den vielen Hundert Besuchern am Pfingstsonntag förmlich das Herz auf. Verbanden doch viele Gäste Erinnerungen mit den historischen Traktoren, die zum großen Teil auch heute immer noch im Einsatz sind.
Die Alverdisser Schlepperfreunde, eine 2013 gegründete Interessengemeinschaft zur Erhaltung historischer Traktoren und Landmaschinen in Lippe, und die Löscheinheit Alverdissen der Freiwilligen Feuerwehr Barntrup hatten zum 3. Alverdisser Schleppertreffen geladen, verbunden mit einem Tag der Feuerwehr. Während das Schleppertreffen auf einem ausgedehnten Wiesenareal westlich des Feuerwehrgerätehauses stattfand, bot die Feuerwehr auf ihrem Areal eine Vielzahl von Vorführungen, stellte ihre riesigen Fahrzeuge zur Besichtigung aus, und gab Raum für Bratwurst- und Verkaufsstände, für die Präsentation des DRK und einen Schatten spendenden Pavillon für das Lipperland-Orchester.
Das Publikum flanierte über das Gelände, ließ sich die Gerätschaften der Feuerwehr erklären und nutzte die Gelegenheit, auf der historischen E-Lok 22 der Landeseisenbahn Lippe e. V. eine Fahrt im Führerstand mitzumachen. Man pendelte zwischen dem Platz der Feuerwehr und der Ausstellungsfläche der Schlepperfreunde hin und her.
Da hatten die Organisatoren um Sven Logermann von den Alverdisser Schlepperfreunden und Feuerwehr-Einheitsführer Marcel Schäfer ganze Arbeit geleistet, denn die kombinierte Veranstaltung erwies sich als umfangreicher und noch professioneller und abwechslungsreicher als in den Vorjahren.
Aus ganz Lippe waren Treckerfreunde auf ihren tuckernden Schätzchen angefahren und hatten bei dem geringen Tempo, das diese nur vorlegen können, schon viel Zeit in die Anfahrt investiert.
Sauber aufgereiht standen kleine und große, sehr alte und alte Traktoren auf der Wiese, und die Zuschauer nahmen die solide und unkaputtbare Technik in Augenschein. Kleine einachsige Holder-Diesel, ein mächtiger schwarzer Lanz-Bulldog, grüne Deutz-Schlepper oder rote Porsche Diesel „Standard“, eine ganze Reihe blassblauer Eicher „Tiger I“, „Tiger II“ und 3125 Turbo, dazwischen ein Unimog mit rund 50 Jahren auf dem Buckel. Dessen Besitzer, Bürgermeister Christian Sauter aus Extertal, verbindet mit dem Fahrzeug vor allem die Erinnerung an seine landwirtschaftliche Vergangenheit in einem Molkereibetrieb.
Von den Schlepperfreunden Köterberg war ein Hanomag „Granit“ aus dem Jahr 1966 mit ganzen 38 PS zu sehen, der Unimog U1600, Baujahr 1996, von Udo Prüßner aus Bad Salzuflen brachte es schon auf 156 PS. Heutige Großtraktoren bringen bis zu 400 PS auf die Straße. Es wurde gefachsimpelt, fachmännisch in die Technik geschaut und Erfahrungen ausgetauscht. Besonderen Spaß machte es den Erwachsenen, sich auf einem Schleppbrett stehend von einem Trecker über die Wiese ziehen zu lassen.