Kalletal-Kalldorf (rr). Dem verwaisten Meyra-Gelände in Kalldorf wird wieder neues Leben eingehaucht. Das wurde bei einer Begehung am Mittwochmittag klar, als sich Bauherr, Architekt, Baufirma und Verwaltung auf dem weitläufigen Parkplatz trafen und Dipl.-Ing Arnd Steinleger einen großen Plan entfaltete. Die Investitionssumme beträgt rund 20 Millionen Euro.
Bürgermeister Mario Hecker hielt eine kurze Rückschau auf das einstmals starke Unternehmen Meyra und sagte: „Meyra hat viel bewegt in Kalletal und war in Kalldorf fest verankert. Doch es wuchs zu einer Größe, dass es hier am Standort nicht mehr darstellbar war.“ Das Unternehmen wurde nach Porta Westfalica verlegt, in Kalldorf wäre der enorme Gebäudekomplex dem Verfall preisgegeben.
Nun wurde das Areal von der Firma Hölkemeier erworben, einem mittelständischen Unternehmen mit Sitz in Ostwestfalen. Die Kernkompetenz sind der Transport mit Teil- und Komplettladungen mit eigenem Fuhrpark sowie die Lagerung und der Umschlag von Gütern überwiegend in Immobilien der Hölkemeier-Gruppe.
Nun kommt der Standort Kalldorf dazu, und hier plant Geschäftsführer Lars Hölkemeier Großes.
Für die bekannte Firma Melitta entsteht ein europäisches Zentrallager mit einer Grundfläche von rund 19.000 Quadratmetern, zusätzlich zu dem auf dem Gelände bereits bestehenden Hochregallager, das 20.000 Quadratmeter umfasst.
Alle bisher bestehenden Gebäude von Meyra werden abgerissen, nur das Hochregallager bleibt bestehen. Und der jetzige Parkplatz wird zur Grünfläche umgewandelt. „Was hier ankommt, gelagert und wieder ausgeliefert wird, ist ein kleinteiliges Geschäft“, erläutert Hölkemeier, „das sind Paletten mit Waren wie Filtertüten, Alu- und Klarsichtfolien, Staubsaugerbeutel oder Kaffeemaschinen.“ Die Waren kommen in Mengen ins Lager, werden dort etikettiert und dann an die jeweiligen Kunden ausgeliefert. Der Transport geschieht ausnahmslos per E-Lkw, von denen die Firma Hölkemeier jetzt schon fünf im Einsatz hat.
Lars Hölkemeier rechnet mit zirka eineinhalb Lkw pro Tag, sodass für Kalldorf keine Belastung durch permanenten Lkw-Verkehr entsteht. Mit unter dem Dach werden sich neben der Firma Hölkemeier noch die ESM-Systemlogistik und die LIK-Objektgesellschaft befinden. Lars Hölkemeier und Architekt Steinleger planen den Baubeginn für das dritte Quartal 2026. Wenn die Gebäude fertig sind, wird es drei Monate dauern, das Lager zu befüllen, dann ist ein dreimonatiger Testbetrieb vorgesehen.
In den vollen Betrieb soll das Zentrallager schließlich am 1. Januar 2028 gehen. „Und wir wären froh, wenn wir bis dahin noch Arbeitskräfte aus Kalletal gewinnen könnten“, sagt Hölkemeier, „wir benötigen vor allem Fachkräfte für Lagerlogistik, Lagerhelfer und IT-Systemadministratoren.“