Kalletal (rr). Im Kalletal, beispielsweise auf dem Rafelder Berg, drehen sich die Windräder und erzeugen große Mengen Energie in Form von Windstrom. Und das in solcher Menge, dass sie gelegentlich abgeschaltet werden müssen, da das lokale Stromnetz überlastet ist.
Anfang des Jahres 2020 entstand die Idee, den anfallenden Strom sinnvoller zu nutzen und damit „grünen“ Wasserstoff herzustellen. Bürgermeister Mario Hecker nahm für die Gemeinde Kalletal Kontakt mit dem Kreis Herford auf, und so entstand mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz das Projekt Sektorkopplung-OWL.
Dieses beschäftigt sich damit, Energie aus Sonne und Wind in grünen Wasserstoff als nachhaltiges Produkt aus der Region umzusetzen. Es wird wissenschaftlich begleitet durch die Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld, deren Vertreterin Elisa Goldmann dieses Thema den Schülerinnen und Schülern der Jacobischule jetzt mittels einer digitalen Präsentation vorstellte.
Die Fachhochschule des Mittelstands entwickelt sogenannte Lernnuggets für Interessierte, in denen eine virtuelle Begleiterin hilft, chemische Grundlagen, erneuerbare Energien und die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten zu verstehen.
Was ist Wasserstoff, wie kann er gewonnen werden und welchen Nutzen kann man daraus ziehen – ein Themenfeld, dem die jungen Leute gespannt zuhörten. Sie hatten sich im Fachzentrum der Jacobischule versammelt, denn Wolfram Kneist, Projektmanager „Sektorkopplung“, überbrachte allen Schulen und dem Internat in Kalletal 25 Lernkits, die in der Jacobischule als Kooperationsschule im Chemieunterricht genutzt werden können, die Gewinnung von grünem Wasserstoff nachvollziehbar zu machen und erneuerbare Energien somit auch spielerisch näher zu bringen.
Die rund 200 Euro pro Set wurden aus dem Projekt „Regional.Nachhaltig.Sektorkopplung – die sozial-energetische Transformation“ finanziert.
Der Inhalt der Nuggets ist für die Schüler auch auf ihren Tablets verfügbar, und sie können dort Grafiken, Texte und Bilder abrufen. Am Ende wird mit einer Abfrage sichergestellt, dass alles verstanden worden ist.
Dr. Eike Stiller, Leiter der Jacobischule, sprach seinen Dank aus und bemerkte: „Wasserstofftechnik ist eine Zukunftstechnologie, und wir hoffen für unsere Schüler, dass sie künftig damit leichter in diesem innovativen Berufsfeld beruflich Fuß fassen können.“