Kreis Lippe (red). Trotz insgesamt mehr Verkehrsunfällen als im Jahr zuvor, gab es erfreulicherweise weniger Menschen, die im Kreis Lippe durch einen Verkehrsunfall verletzt wurden oder sogar ihr Leben verloren haben. Das ist ein Ergebnis der Verkehrsunfallzahlen für das Jahr 2025, die Behördenleiter Meinolf Haase gemeinsam mit Abteilungsleiter Polizei, Polizeidirektor Alexander Fenske, und Polizeirätin Julia Breitenstein, Leiterin der Direktion Verkehr, vorstellte.
„Jeder Verkehrsunfall kann tragische und schwere Folgen haben. Deshalb muss es im Kreis Lippe auch weiterhin unser Ziel sein, Verkehrsunfälle zu reduzieren und die Zahl von Verletzten und Toten zu senken. Doch das schaffen wir nur mit der Hilfe jedes Einzelnen. Verkehrssicherheit ist eine gemeinsame Aufgabe, zu der alle Menschen in Lippe beitragen können und auch müssen“, so Meinolf Haase.
„Im Straßenverkehr wird es komplexer und dichter. Wir müssen uns alle den engen Verkehrsraum teilen – egal ob auf dem Rad, im Auto, auf dem E-Scooter oder zu Fuß. Da ist gegenseitige Rücksichtnahme das A und O“, ergänzte Polizeirätin Julia Breitenstein. Weiter wies sie darauf hin: „Das Thema Ablenkung im Straßenverkehr bereitet uns Sorgen, hier haben wir bei Kontrollen regelmäßig erschreckende Zahlen: Viel zu viele nutzen das Handy während der Fahrt und riskieren damit einen Verkehrsunfall. Da jeder sicher zu Hause ankommen will, appelliere ich an alle: Legen Sie das Handy bei der Fahrt zur Seite!“
Anzahl der
Verkehrsunfälle
2025 gab es in Lippe insgesamt 10.618 Verkehrsunfälle – 557 mehr als im Vorjahr (+5,7 %).
Gemessen an der Einwohnerzahl nimmt die Polizei Lippe landesweit den 20. Rang in der Unfallhäufigkeit ein. Das Risiko, im Kreis Lippe bei einem Verkehrsunfall zu verunglücken, liegt somit weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt des Landes Nordrhein-Westfalen. Auch mit der Verunglücktenhäufigkeitszahl von 385 befindet sich Lippe deutlich unter dem Landeswert von 450 (Platz 19 im Vergleich aller 47 Polizeibehörden in ganz NRW).
Eine leichte Steigerung wurde leider auch bei Verkehrsunfällen mit Personenschäden verzeichnet: Bei 1.053 Verkehrsunfällen sind Menschen verletzt oder getötet worden (+ 0,9 %).
Gestiegen sind ebenfalls die Unfälle mit Sachschäden um plus 6,3 % auf 9.565.
Die Anzahl der Verkehrsunfallfluchten blieb weiterhin unbefriedigend hoch: Bei 2.055 Verkehrsunfällen flüchteten Beteiligte vom Unfallort – in 95 Fällen wurden Verletzte zurückgelassen (+ 6,3 %). Rund 51 % dieser Unfallfluchten mit Verletzten konnten aufgeklärt werden. Dabei spielen Zeugenhinweise stets eine entscheidende Rolle bei den Ermittlungen: Wer einen Verkehrsunfall beobachtet, sollte sich immer unverzüglich bei der Polizei melden und seine Hinweise weitergeben.
Die Folgen der
Verkehrsunfälle
Die Anzahl der Menschen, die bei einem Verkehrsunfall ihr Leben verloren haben, ist gegenüber dem Vorjahr von elf auf sieben Personen gesunken (- 36 %).
1.335 Personen wurden bei Verkehrsunfällen auf lippischen Straßen verletzt – das entspricht einem leichten Rückgang von – 1 %: Insgesamt 1.120 Menschen erlitten leichte Verletzungen. 215 Personen galten als schwer verletzt, das heißt, sie mussten stationär im Krankenhaus behandelt werden (- 7 %).
Verunglückte bei Verkehrsunfällen:
Kinder (bis 14 Jahre): 128 (+ 4 %)
Jugendliche (15-17 Jahre): 103 (+ 23 %)
Junge Erwachsene (18-24 Jahre): 199 (- 10 %) – drei davon starben
Senioren (65 +): 200 (+ 3,6 %) – vier davon starben.
Verkehrsbeteiligung
der Fahrzeugarten
Die Anzahl der Verletzten bei Verkehrsunfällen mit Pkw-Beteiligung ist weiterhin auf einem hohen Niveau (vier Getötete), ein deutlicher Rückgang von Verletzten durch Unfälle mit motorisierten Zweirädern wurde verzeichnet, ein leichter Anstieg dagegen bei den Verunglückten bei Verkehrsunfällen mit Fahrrad/E-Bike (drei Getötete). Es gibt einen Anstieg bei Verletzten durch Unfälle mit einem E-Scooter, vor allem im Bereich der Erwachsenen sowie der Kinder, die das Fahrzeug noch gar nicht fahren dürfen. Nahezu ein gleiches Niveau besteht bei verletzten Fußgängern.
Hauptursachen
bei Unfällen
Geschwindigkeit, Vorfahrt und Abbiegen sind die häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle mit Verletzten. Obwohl die Zahlen bei Unfällen mit Verletzten durch Geschwindigkeit um minus 10,8 % gesunken sind, bleibt die Wahrscheinlichkeit dennoch besonders hoch, wegen zu hohem Tempo bei einem Verkehrsunfall verletzt zu werden. Unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen sind weniger Personen bei Unfällen verletzt worden (- 15,5 %).
Den Jahresbericht zur Verkehrsunfallentwicklung 2025 im Detail finden Interessierte unter https://lippe.polizei.nrw/artikel/verkehrsunfallstatistik-0.