Barntrup (rr). Noch dümpelt sie vor sich hin, die Großbaustelle B 1 und Ortsumgehung Barntrup sowie die B 66n, doch möglicherweise nehmen die Arbeiten an dem gegenwärtig bei Sonneborn ruhenden Projekt nun wieder Fahrt auf. Verkehrsministerin Ina Brandes stattete der Baustelle am Dienstagmittag noch vor einer Sitzung des NRW-Kabinetts auf Burg Sternberg höchstpersönlich einen Besuch ab und informierte sich über die Gründe der eingetretenen Verzögerung und den aktuellen Stand.


So seien höhere siebenstellige Kosten zu erwarten, betont die Unternehmerseite, welche auf die Herausforderung durch festere Gesteinsschichten im Boden entstanden seien und woraus ein Konflikt mit der Stadt Barntrup bestehe.
Bürgermeister Borris Ortmeier formulierte das Problem aus seiner Sicht ebenfalls und wies zudem auf ein weiteres hin, was entstünde, wenn die Umgehungsstraße schließlich 2023 ans Straßennetz angeschlossen würde.

Dann nämlich, so bestätigte Manuela Rose, Abteilungsleiterin Planung beim Landesbetrieb Straßen NRW-Bielefeld, „liegt die Prognose für die Ortschaft Selbeck bei 12.700 Fahrzeugen, die täglich durch den Ort fahren.“
Also ist die logische Konsequenz der Ortsumgehung, wie Ortmeier verdeutlichte, die Weiterführung der Trasse an Selbeck vorbei bis zum Anschlussstück nach Großenmarpe.

Nachdem bereits vor etwa fünfzehn Jahren nur halbkonkret in die Richtung gedacht wurde, steht jedoch nunmehr die Trassenführung, und auch die Umweltverträglichkeitsstudie ist angefahren. So war denn auch der rund vier Kilometer lange Verlauf der Trasse, teils parallel zur Landestraße 758, auf einer Schautafel präsentiert, was Manuela Rose noch präzisierte: „die Straße wird abseits der Bebauung verlaufen, und auch dem Marpetal wird man fernbleiben.“
Im Zuge der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung soll auch der „neuen Mobilität“ Raum gegeben werden, indem die Streckenführung fahrradfreundlich über die alte Trasse und Wirtschaftswege parallel begleitet wird.

Insgesamt hält Ministerin Ina Brandes das Konzept für gelungen und wird es mittels eines Gesprächs „auf höchster Ebene“ mit dem Landesbetrieb Straßenbau und dem Bauunternehmen tatkräftig unterstützen. Das ist für ein Projekt dieser Dimensionen sicherlich richtig und förderlich, soll doch die Ortsumgehung Barntrup im Jahr 2023 ans Netz gehen.

Und mit einem gewissen Stolz erklärte Andreas Meyer, Leiter der Bielefelder Straßen NRW-Niederlassung, dass bis dahin 500.000 Kubikmeter Erde bewegt und zwölf Brücken gebaut würden, eine Investition von 46 Millionen Euro. „Das ist eine große Leistung im Tiefbau.“