Von Rudi Rudolph
Barntrup-Alverdissen.
Auf Gut Ullenhausen, rund 1,5 Kilometer von Alverdissen und auch von Bösingfeld entfernt, trafen sich am vergangenen Samstagnachmittag sowohl Blasorchester aus der Region als auch und vor allen Dingen sechs Pipes & Drums Formationen, die dem Event „Lippe meets Scotland“ das passende schottisch-musikalische Flair verliehen. Die Familie Braband als Eigentümer von Gut Ullenhausen hatte als überzeugte Unterstützer diesen würdigen Veranstaltungsort zur Verfügung gestellt, um eine anfangs vielleicht spleenige Idee nun schon zum sechsten Mal Wirklichkeit werden zu lassen.
Den Anstoß zu diesem hochqualitativen Festival lieferten Klaus Düwel und Petra Rose, die als früheres Königspaar der Alverdisser Schützen die Idee zu einer solchen Musikveranstaltung kreierten. Ihnen war daran gelegen, möglichst umfänglich Gutes zu tun und sozial tätige Vereine und Institutionen zu unterstützen. Sie aktivierten viele freiwillige Helfer, und ganz Alverdissen beteiligte sich auf unterschiedliche Weise.
In diesem Jahr trat der Verein „Kulturflecken Alverdissen e.V.“ als Veranstalter der großen Benefizveranstaltung auf, unter dessen Dach sich die Alverdisser Vereine versammelt haben. Sie alle engagieren sich mit dieser Veranstaltung für die Kinderklinik, das Kinderhospiz Bethel und die Aktion Lichtblicke e. V., wofür sogar die beteiligten Musikgruppen auf ein Honorar verzichteten. Da saßen die Schützen um Präsident Willi Düwel an der Kasse, ebenso die Schlepperfreunde mit Sven Logermann, die Carnevalos mit Tamara Rose betrieben einen Stand mit Erdbeerbowle, während ihr Präsident Benny Quast Bierkästen schleppte.
An dem von verschiedenen Wegen durchzogenen Gutsgelände waren Zelte mit Getränken und leckeren lippischen und britischen Spezialitäten aufgebaut, mit denen sich die etwa 1.500 Besucher versorgten und an im weiten Rund platzierten Bierzeltgarnituren Platz nahmen. Aber hier war nicht „Holzklasse“ angesagt, nein, die Vereinsgemeinschaft hatte eine Supervorarbeit geleistet und sowohl Tische als auch Bänke mit weißen Hussen versehen und dekoriert, was die Veranstaltung sofort auf ein hohes Niveau hob. Das Gutsgelände mit seinen Bruchstein-Fachwerk-Häusern, Scheunengebäuden und Remisen, hohen Bäumen, vorzugsweise Eichen und Walnuss, dazwischen Rasenflächen, auf denen Besucher Decken ausgebreitet hatten und ein Picknick genossen – das hatte Stil, das lud ein zum Sehen und Gesehenwerden.
Prominenz wie die Bürgermeister von Barntrup und Extertal, Borris Ortmeier und Christian Sauter sowie die stellvertretende Landrätin Birgit Tornau tafelten neben Kerzenlüstern, das „niedere Volk“ aß aus der Hand „Harakiri-Burger“, Pickert (sehr lecker) oder „Fish’n’Chips“, wofür man allerdings in einer langen Schlange anstehen musste.
An unterschiedlichen Orten traten die Musikgruppen auf, und viele Menschen wanderten hin und her, um beispielsweise die Highland Dragon Pipe Band, die Musikfreunde Schwelentrup, die Ems Highlander Pipes & Drums, die Pipes & Drums Bielefeld, The Sound of Scotland Pipes & Drums, das Sonneborner Blasorchester oder das Lipperland-Orchester zu sehen und zu hören.
Dieses schottisch-lippische Tattoo ist ein wahres musikalisches Juwel in der Region, und es verpasste sich sein eigenes Ausrufezeichen. Mit dem gemeinsamen konzertanten Abschluss und einem beeindruckenden Höhenfeuerwerk endete ein Event, das förmlich nach seiner siebten Folge ruft, und aus dieser Nummer kommen die Organisatoren Klaus Düwel und Petra Rose nicht heraus.
Mehr Bilder gibt es in der Printausgabe vom 6. Juni 2026.