Dörentrup (rr). Der Gemeinde Dörentrup steht das Wasser nicht bis zum Hals. Im Gegenteil, die Trinkwasserversorgung und -qualität ist auf hohem Niveau gesichert, unterliegt ständigen Kontrollen und erfährt ständige Investitionen in Erhaltung und Ausbau des Netzes. Das Gleiche trifft für die Wasserversorgung in Barntrup zu, und beide Kommunen arbeiten auf diesem Gebiet kooperativ. Das bestätigten sowohl Bürgermeister Friso Veldink und Harald Vetter vom Dörentruper Fachbereich 3, Bauen und Umwelt, Wasserversorgung und Wasserentsorgung, als auch Fabio Baron von der Dörentruper und Lennart Heidemann von der Barntruper Wasserversorgung in einem Pressegespräch.
Allerdings beklagen beide Gemeinden das Anwachsen der bürokratischen Anforderungen, das die Trinkwassereinzugsgebieteverordnung – TrinkwEGV – mit sich gebracht hat. Diese Verordnung dient der Umsetzung der Richtlinie (EU) 2020/2184 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2020 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch, und bedeutet nichts anderes als das, was die Gemeinde ohnehin bisher getan hat.
In den Einzugsgebieten, in denen es in Lippe ausschließlich um die Grundwasserversorgung geht, sollen danach Gefährdungsanalysen und Risikoabschätzungen in puncto Qualität und Quantität in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern durchgeführt werden, zukünftig sogar noch mit weiteren Parametern. Auch müssten Untersuchungsprogramme festgelegt werden.
„Das sind keine neuen Forderungen“, bestätigt Harald Vetter, „diese Kriterien haben wir schon immer selbst erfüllt.“ Und Bürgermeister Veldink ergänzt: „Wir waren erstaunt, als diese Forderung dann 2021 auf den Markt kam.“ Dass unter anderem die Bestimmung und Beschreibung des Trinkwassers, die Risikoabschätzung oder die Erstellung der Dokumentation nur durch Personen vorgenommen werden darf, die über eine erfolgreich abgeschlossene Hochschulausbildung oder durch einschlägige Berufserfahrung, jeweils auch in Verbindung mit Schulung, verfügen und hinreichende hydrologische, hydrochemische und hydrogeologische Fachkenntnisse und hinreichende Fachkenntnisse im Bereich des Risikomanagements und der Bewertung von Trinkwassereinzugsgebieten besitzen müssen, verwundert da nicht.
„Dieser ganze bürokratische Aufwand kommt auf das normale Tagesgeschäft drauf“, sagt Harald Vetter, „und alles ist den Behörden schon längst bekannt.“ Die Gemeinde Dörentrup verfügt insgesamt über eine Quellfassung und zwei Tiefenbrunnen. Im Ortsteil Hillentrup gibt es eine Quellfassung mit zwei Brunnen. Darüber hinaus wird von hier auch die Gemeinde Kalletal zur Deckung des Wasserbedarfs in den Ortschaften Niedermeien und Henstorf versorgt. Zwei Tiefenbrunnen liegen im Ortsteil Humfeld.
Zur Wasserspeicherung werden im Gemeindegebiet vier Hochbehälter betrieben. In der Gemeinde Dörentrup wird ein Rohrleitungsnetz mit einer Gesamtlänge von rund 150 Kilometer betrieben. Um eine reibungslose Funktion zu gewährleisten, arbeiten die Mitarbeiter der Wasserversorgung in Dörentrup und Barntrup eng zusammen. „Das hat Vorteile in der Bereitschaft, außerdem wollen wir versuchen, Materialien zu harmonisieren und auch den Einkauf zu zentralisieren“, erläutert Lennart Heidemann.
Dass im Haushalt 2026 zirka 1,1 Millionen Euro für eine Leitung zwischen Barntrup und Dörentrup eingeplant sind und dass Schieber, Hydranten und Armaturen ausgetauscht werden, fällt der Öffentlichkeit meist nicht auf, denn, so Harald Vetter, „im Wasserbereich läuft vieles unter dem Radar.“