Schluss, Aus, Ende – Ortsverband der Landfrauen in Stemmen löst sich auf

Kalletal-Stemmen (fmt). Die Hoffnung, den Ortsverband der Landfrauen in Varenholz-Stemmen zu retten, konnte nicht erfüllt werden. Der Ortsverband hat jetzt seine Auflösung beschlossen. Auf der Jahreshauptversammlung konnte kein neuer Vorstand gefunden werden. Einen Zusammenschluss mit Hohenhausen lehnten die Frauen mit überwältigender Mehrheit ab. Nur fünf der gut 40 Anwesenden stimmten dafür.

Annegret Eickenjäger, die letzte Vorsitzende, nahm unter Tränen das Ergebnis der Abstimmung entgegen und sagte zum Schluss: „Wir haben alles versucht, wir waren ein gutes Team. Aber es hat sich niemand gefunden, der die Arbeit im Vorstand weitermachen will.“

Zur Sitzung waren die Kreisgeschäftsführerin Lisa Warder sowie Dorothee Voß vom Kreisvorstand extra gekommen, um noch eine Wende herbei zuführen. Doch auch der Hinweis der Kreisgeschäftsführerin, es brauche nur drei Frauen, die die Verantwortung übernehmen und das wiederholte Angebot von Dorothee Voß, dass eine Kooperation mit Hohenhausen möglich sei, brachte keine Lösung.

Nach einer Unterbrechung der Sitzung verließen fünf vorgeschlagene Frauen den Raum, um sich über eine halbe Stunde zu beraten. Ergebnis: Andrea Mannetter wäre bereit gewesen, den Ortsverband weiterzuführen, alle anderen sagten aber ab. Damit verliert der Landfrauenverband eine starke Bastion an der Weser. Ein deutliches Zeichen auch dafür, dass besonders die Dörfer Erder, Varenholz und Stemmen vom demografischen Wandel überdurchschnittlich betroffen sind. Jüngere, oder gar junge Frauen suchte man auf den Sitzungen in den letzten Jahren vergeblich.

Mit dem Ortsverband in Varenholz-Stemmen löst sich eine Gruppe auf, die eine der ältesten des Landfrauenverbandes ist. Ende des 19. Jahrhunderts als landwirtschaftlicher Hausfrauenverein entstanden, im Dritten Reich, im Jahr 1934 aufgelöst, gründete sich der Kreislandfrauenverband im Jahr 1948 neu. Im Kalletal gehörte der Verein in Varenholz-Stemmen, wie der in Hohenhausen zu den Ersten. Die Hohenhauser Frauen feierten daher im letzten Jahr ihr 70. Jubiläum.

Für Varenholz-Stemmen führte der alte Vorstand als Notvorstand die Geschäfte seit der letzten Sitzung im Jahr 2018 noch ein Jahr weiter. Auf allen Ebenen hatte man noch Hoffnung gehabt. Mit verschiedenen, auch neuen Veranstaltungen, hofften die Verantwortlichen, neue aktive Mitglieder zu gewinnen. Doch leider erfolglos. Jetzt hat das langsame Sterben der Ortsgruppe ein Ende. Ob der Beschluss des Kreisverbandes, der Vorstandsmitglieder nur noch bis zum 67. Lebensjahr vorsieht, richtig war, bleibt zumindest für diesen Fall zweifelhaft.

Die Menschen werden heute älter und sind oft bis ins hohe Alter fit. Aber in Stemmen, einem Ortsverband mit 63 Mitgliedern, sind auch die meisten bereits weit über diese Altersgrenze.