Brunnenläufer laufen unter dem Regen durch

Extertal-Bösingfeld (ar). Zum 14. Mal stemmte der TSV Bösingfeld den traditionellen Brunnenlauf am Tag der Deutschen Einheit mit Bravour, und das Team um Organisatorin Üppe Kuhfuß gab alles.

Perfekt professionell waren die Strecken ausgewählt, die Streckenposten organisiert und die Begleiter auf Fahrrädern sicherten die Teilnehmer vor und hinter den Läuferpulks routiniert ab.

375 Läuferinnen und Läufer aller Altersklassen starteten über die verschiedenen Strecken, etwas weniger als im letzten Jahr, doch trotz des usseligen Wetters hoch motiviert. An Start und Ziel hatte sich die Zeitnahme platziert, am Rathausplatz liefen unter einem Zeltdach die Ergebnisse auf einem PC ein, und so konnte Üppe Kuhfuß jeden einlaufenden Sieger, denn jeder war ein Gewinner, namentlich nennen und seine Vereins- oder Gruppenzugehörigkeit bekannt geben.

Die zunächst wenigen Zuschauer, ab Mittag waren dann Rathausplatz und Mittelstraße gesteckt voll mit Menschen, applaudierten jeder einlaufenden Läuferin und jedem Läufer, und besonders bejubelt wurden die Lokalmatadore des TSV Bösingfeld. Schon vor den Starts machten bunt und regensicher gekleidete Gestalten Dehnübungen, liefen sich im unteren Teil der Mittelstraße warm und zeigten eine kaum unterdrückte Anspannung und Nervosität.

Auch Routine schützte offensichtlich nicht vor Lampenfieber. Viele Teilnehmer starteten bereits bei früheren Brunnenläufen, und für die galt es, die damaligen Zeiten zu verbessern oder gar für ihre Altersklassen und Strecken die alte Rekordzeit zu knacken. Kein leichtes Unterfangen bei dem kühlen und regnerischen Wetter, und so gab es auch letztlich keinen neuen Streckenrekord.

Die erste Gruppe ging zum Walking über 5 Kilometer an den Start und machte gleich richtig Tempo. Gleich vorne dran Heike Beckmann vom BSV Blomberg, die derart loslegte, dass sie nach 34:13,9 Minuten als erste ins Ziel kam, kaum schneller atmend als manche Zuschauer. Besonderen Beifall erhielt Ingo Germer vom SV Kükenbruch, der die Strecke als 79-Jähriger bewältigte. Die Starter über 5 und 10 Kilometer sowie die des „5mal5“-Laufes konnten gemeinsam auf die Strecke gehen, kamen doch die Läufer der kürzeren Strecke auch früher ins Ziel, und so entzerrte sich das Feld sozusagen auf natürliche Weise. Hier ging es richtig zur Sache, und die Ankunft in dem engen Zieleinlauf unter dem gigantischen wulstigen roten Bogen der Sparkasse zeigte, dass sich manche total verausgabt hatten, andere noch Luft für weitere Kilometer hatten, doch alle glücklich waren, die Herausforderung bestanden zu haben. Da ging es gleich an die Versorgungsstation, an der sich alle Sportlerinnen und Sportler mit Getränken und Power-Food versorgen konnten.

Eine Wolkenlücke nutzte Üppe Kuhfuß, um auf dem Marktplatz die Siegerehrung vorzunehmen, zu der allerdings zahlreiche Teilnehmer nicht erschienen. Die anwesenden Gewinner wurden mit Urkunden, kleinen Geschenken oder Geldpreisen ausgezeichnet und konnten den Beifall der vielen Schaulustigen entgegennehmen.

Danach begann das Programm für die Jüngeren mit der beliebten Mäusejagd, bei der die Maus Hugo von Kindern der Extertaler Kitas über 150 Meter gejagt werden sollte. Große Aufregung schon am Start, wo sich Eltern und Kinder in dichten Trauben tummelten, schon animiert und angeheizt von Hugo. Dann Start frei, und eine bunte Schar von Zwergen tobte los, mehr oder weniger zielgerichtet, doch höchst ambitioniert. Das Publikum hatte seinen Spaß, die Kinder auch.

Die abschließenden Schülerläufe über 1,5 und 2,5 Kilometer zeigten, dass an der Sekundarschule Nordlippe sowie am Gymnasium Barntrup talentierter Nachwuchs in den Startlöchern steht, um in den nächsten Jahren auch bei den Läufen der Großen einzugreifen. Damit ist jedenfalls die Zukunft des Bösingfelder Brunnenlaufs auch für die Zukunft gesichert.

Die konkreten Ergebnisse dieses Events können auf der Homepage des TSV Bösingfeld abgerufen werden.