Dörentrup: Konsequent so weitermachen

Dörentrup (jn). Dass die Gemeinde Dörentrup auf einem guten Weg ist, hat die Verwaltung jetzt auch schriftlich vorliegen: Die Gemeindeprüfanstalt NRW (kurz gpaNRW) hat die Gemeinde Dörentrup einer überörtlichen Prüfung unterzogen und in dieser Woche nun die Ergebnisse präsentiert. Von März bis November 2019 hatte ein vierköpfiges Team der gpaNRW die Aufstellung der Gemeinde mit Hinblick auf die Bereiche Finanzen, Schulen, Sportstätten, Spiel- & Bolzplätze sowie Verkehrsflächen geprüft. Zur Vorstellung im Haupt- und Finanzausschuss waren nun gpa-Projektleiter Johannes Thielmann, gpa-Prüferin Anika Wolff sowie gpa-Vizepräsidentin Simone Kaspar angereist.

"Für Dörentrup geht es darum, den positiven Trend fortzusetzen und zu verstetigen", so Johannes Thielmann. Eine durchaus realistische Zielsetzung sei dies, schließlich habe die Gemeinde trotz schwieriger Rahmenbedingungen die Haushaltssicherung aus eigener Kraft überwunden und so kommunalpolitischen Handlungsspielraum zurückgewonnen, fügte Simone Kaspar, Vize-Präsidentin der gpa an.

Die Haushaltsplanungen der Gemeinde Dörentrup sehen bis einschließlich 2022 Jahresüberschüsse vor, was diesen Weg begünstigt. Doch seien einige wichtige Positionen - so geben es die Experten der gpa unumwunden zu - stark von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhängig und somit von der Gemeinde nicht direkt zu beeinflussen. Es sei daher wichtig, so Johannes Thielmann, dem Eintritt solcher Risiken rechtzeitig vorzubeugen - zum Beispiel durch strategische Festlegungen.

Und dann ging es ans "Eingemachte" der Gemeinde:

gpa-Prüferin Anika Wolff führte aus, dass Dörentruper Grundschüler im Vergleich der Sporthallen landesweit die größten Sportnutzflächen zur Verfügung stünden. Die Belegungsquote der Hallen sei sehr hoch, ein Beleg für die rege Vereinskultur.

Klein und überschaubar sei das Angebot an Spiel- und Bolzplätzen. Aus Sicht der Experten vorbildlich und klug gemacht - da die Haushaltsbelastung so klein und im Vergleich deutlich niedriger gehalten werde als in anderen Kommunen.

Im Bereich der OGS-Organisation gaben die gpa-Prüfer der Verwaltung Hausaufgaben mit: Die finanzielle Belastung des Dörentruper Haushalts durch die OGS habe den landesweiten Maximalwert dargestellt. Hier solle die Gemeinde den Kostenaufwand reduzieren.

Und dann kam noch das Problemkind fast aller Kommunen in NRW zur Sprache: die Erhaltung der Verkehrsflächen. Prüferin Anika Wolff sieht auch für Dörentrup in diesem Bereich die größten Herausforderungen. "Denn immerhin besteht ein Vierteil des Vermögens aus Straßen und Wegen." Sie empfiehlt eine genaue Inventur des Verkehrsflächenvermögens. Daraus ließe sich erkennen, ob bisherige Investitionen ausreichten - oder ob nachgesteuert werden müsse. Abschließend bescheinigte gpa-Vize-Präsidentin Simone Kaspar der Gemeinde viele gute Ansätze und den erkennbaren Willen, die Haushaltskonsolidierung weiter voranzutreiben. Es gelte, diesen Weg konsequent weiterzugehen.

Bürgermeister Friedrich Ehlert zeigte sich nicht überrascht von den Ergebnissen. Die Gemeinde werde sich auf mögliche konjunkturelle Einbrüche und einhergehende Schwierigkeiten im Haushaltsausgleich vorbereiten. "Ich glaube, Dörentrup ist auf einem guten Weg", so Ehlert.