Kalletal (rr). Was wäre, wenn? Was, wenn in der Gemeinde Kalletal Stromausfall, Unwetter, Hochwasser, eine Pandemie oder andere Notlagen zuschlagen? Anscheinend hört und liest man von allen Seiten Krisenberichte, manchmal, wie bei der Corona-Pandemie oder dem Starkregenereignis in Lüdenhausen, sind diese sogar schon im eigenen Umfeld angekommen.
„Seit der Corona-Pandemie im März 2020, als der erste Höhepunkt mit massiven Einschränkungen und dem ersten Lockdown erfolgte, seit der Fluchtbewegung der Jahre 2015 und 2016 und dem Ukraine-Krieg seit 2022 ist zu beobachten, dass sich schleichend eine gewisse Verunsicherung und latente Angst breitgemacht hat“, erklärte Bürgermeister Mario Hecker am Donnerstag vergangener Woche. Da stellten er sowie Andrea Batzer, im Rathaus Fachbereichsleiterin für Ordnung und Soziales, und Michael Little, Mitarbeiter bei der Gemeinde und gleichzeitig stellvertretender Gemeindebrandinspektor der Kalletaler Feuerwehr, einen Informationsbrief vor, der inzwischen wohl alle Haushalte der Gemeinde Kalletal erreicht hat.
Darin informiert die Gemeinde über Maßnahmen, die der kommunalen Strategie zur Krisenvorsorge dienen. Denn sich erst zu informieren, wenn eine Krise eintritt, ist wohl reichlich spät. Daher sollten die Bürgerinnen und Bürger sich rechtzeitig damit auseinandersetzen, um im Notfall zu wissen, was zu tun ist und nicht in Panik zu geraten. In einer Krise kopflos zu reagieren hilft da gar nicht, weshalb der nun verschickte Informationsbrief eine wertvolle Hilfe sein kann. Zahlreiche realisierte Maßnahmen sorgen dafür, eine Krise gut zu bewältigen. Da sind die „Leuchttürme“ und Anlaufstellen. Sie übernehmen im Krisenfall eine wichtige Funktion, denn sie sind ein sicherer Anlaufpunkt, wenn etwa Telefon, Mobilfunk oder Internet ausfallen. Dort kann man Informationen einholen, Hilfebedarfe melden oder Notrufe weiterleiten.
Für die Leuchttürme, die Anlaufstellen und das Rathaus wurde in eine Notstromversorgung investiert, ebenso wurden Maßnahmen getroffen, die Infrastruktur, Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung aufrechtzuerhalten. Auch in ein modernes Sirenenwarnsystem wurde investiert.
Immer wichtiger werden sogenannte Klimaoasen, die in Zeiten des Klimawandels bei Hitzeperioden Möglichkeiten zur Abkühlung bieten. Besonders wichtig ist das für Ältere, Kinder oder gesundheitlich beeinträchtigte Menschen.
Wenn in einer Krise Mobilfunk- und Datennetze ausfallen, ermöglicht die Gemeinde mithilfe von Satellitentelefonen die Verbindung zu wichtigen Einsatz- und Koordinierungsstellen. Auch die medizinische Versorgung wurde vom Rat der Gemeinde frühzeitig, verantwortungsbewusst und vorausschauend, unter anderem mit dem Medizinischen Versorgungszentrum, gesichert.
Und natürlich bleibt die Feuerwehr Tag und Nacht bereit, Gefahren abzuwehren und Leben zu schützen. Alle getroffenen Maßnahmen sowie weitere wichtige Handlungstipps sind in einem übersichtlichen Flyer zusammengefasst, welcher dem Informationsbrief beiliegt. Den sollte man in der eigenen Wohnung so aufhängen oder ablegen, dass er im Krisenfall schnell zur Hand ist, denn er fasst ein Gesamtkonzept zusammen, das verständlich verfasst und auf Resilienz, Vorsorge und Handlungsfähigkeit ausgerichtet ist. So kann eine angemessene Eigenvorsorge einen wertvollen Beitrag für eigene Sicherheit und Widerstandsfähigkeit leisten.