Nordlippe (red). Das Kulturstellwerk Nordlippe sucht persönliche Erinnerungen sowie historische Belege für neue Erzählwerkstattreihe – Auftakt ist am kommenden Dienstag, 14. Juli, auf Burg Sternberg
Die imposanten Schlösser in Barntrup, Varenholz, Wendlinghausen und Brake sowie Burg Sternberg sind weit mehr als nur architektonische Wahrzeichen Lippes; sie waren Schauplätze eines bewegten Alltags, der sich im 20. Jahrhundert grundlegend wandelte. Um diese Geschichte greifbar zu machen, organisiert das Kulturstellwerk Nordlippe des Landesverbandes Lippe zusammen mit dem Lippischen Heimatbund sowie den Volkshochschulen Detmold-Lemgo und Lippe-Ost die Veranstaltungsreihe „Leben, Arbeiten und Feiern – Lippische Schlösser und Burgen im 20. Jahrhundert“.

Einblicke in die Historie
der Burg Sternberg

Zum Auftakt am Dienstag, 14. Juli, sind auch Udo Krüger, Friedhelm Nolting und Karin Kuhlmann dabei. 1944 wurde Udo Krüger auf der Burg Sternberg geboren, verbrachte dort sein erstes Lebensjahrzehnt und lebt heute unweit in Linderhofe. Er erinnert sich, wie er als Kind mit seinem Freund Friedhelm Nolting das Antriebsrad bediente, um für Touristen Wasser aus dem 50 Meter tiefen Brunnen zu fördern. Der Lohn wurde sogleich am Erfrischungsstand seiner Mutter Johanna investiert, die diesen bis 1981 betrieb.
Bereits ab 1946 etablierte der Instrumentenbauer Peter Harlan mit seiner Familie die Burg als kreatives musikalisches Zentrum. Seine Söhne Till und Klaus führten die Tradition bis in die 1990er-Jahre fort. Ab 1948 organisierte der Kreis Lemgo den Ausbau zum Kreisjugendheim mit 90 Betten und einem Lehrschwimmbecken. Karin Kuhlmann erinnert sich noch lebhaft an die Schulausflüge aus Alverdissen zum Johanni-Fest zur Sommersonnenwende auf der Burg. Nach umfassenden Renovierungen übernahm der Landesverband Lippe 2003 die Verwaltung der Burg. Ein kulinarisches Highlight war von 2008 bis 2018 das Restaurant und Café des Westfälischen Kinderdorfs, das zugleich als Ausbildungsprojekt für junge Menschen diente.
Der Beitrag der Lipper ist gefragt! Wie gestaltete sich das Leben hinter den Mauern und das Verhältnis zur Dorfbevölkerung? Gesucht werden persönliche Erlebnisse, Fotografien und Dokumente. Jeder Beitrag hilft, die regionale Identität dieser Epoche zu dokumentieren.
Projektbegleitung und Organisation Kurator Jürgen Scheffler begleitet das Projekt inhaltlich, während Heimatdichter Friedo Petig die eingereichten Geschichten aufbereitet und präsentiert. Die Moderation der fünf Abende erfolgt durch das Kulturstellwerk und die jeweiligen Heimatvereine. Ein besonderer Dank für das historische Bildmaterial, das bereits auf der Website des Kulturstellwerks zu finden ist, gilt insbesondere der Brigitte und Wilfried Mellies Stiftung aus Detmold, Friedhelm Nolting aus Extertal und Hans-Ulrich Krause aus Kalletal.
Termine der Erzählwerkstatt: Die Veranstaltungen finden jeweils von 18 bis 19.30 Uhr statt:
14. Juli: Burg Sternberg
11. August: Schloss Barntrup
15. September: Schloss Varenholz
13. Oktober: Schloss Wendlinghausen
10. November: Schloss Brake

Anmeldung und Kontakt: Aufgrund der begrenzten Sitzplätze ist eine vorherige Anmeldung über www.kulturstellwerk-nordlippe.de erforderlich.
Bürgerinnen und Bürger, die historische Materialien besitzen oder ihre persönliche Geschichte vorab – gerne digital oder als Kopie – teilen möchten, werden gebeten, sich direkt an das Kulturstellwerk Nordlippe zu wenden: www.kulturstellwerk-nordlippe.de/kontakt/