Dörentrup (rr). Ingrid Behlen vom Gebäudemanagement der Gemeinde Dörentrup rückte am Donnerstagmorgen mit einem Frühstück für die am Bau Beteiligten an.
Noch hörte man aus dem Inneren des neuen Gebäudes für das Kreisjugendamt Lippe emsiges Hämmern, Bohren und Sägen, doch dann versammelten sich die Mitarbeiter der beteiligten Firmen zum Frühstück.
Bürgermeister Friso Veldink und Ingrid Behlen stellten der Öffentlichkeit den Stand der Bauarbeiten vor, der zwar rund zwei Monate hinter der Planung hinterherhinkt, was jedoch, so Friso Veldink, „dem harten Winter geschuldet war, als längere Zeit keine Tiefbauarbeiten durchgeführt werden konnten.“ Nun soll das Haus im Februar 2027 bezugsfertig sein. Das neue Domizil hat, nachdem der obligatorische 1. Spatenstich im Oktober 2025 stattgefunden hatte, inzwischen Formen angenommen. Direkt neben dem Rathaus steht nun ein ebenso hoher dreigeschossiger Bau in höchst interessanter Bauweise. „Nur die Bodenplatte und das Treppenhaus wurden in Beton gegossen“, berichtet Ingrid Behlen, „aber außer einigen wenigen senkrechten Stahlträgern ist alles in Holzbauweise hergestellt worden.“ Die Wände, bei denen schon die Fensteröffnungen herausgeschnitten sind, wurden als bereits fertige Elemente per Tieflader herangekarrt und dann von einem Kran auf den Haken genommen. Der setzte die Wände an die richtige Stelle, und ganz fix sorgten die Zimmerleute mit langen Schrauben und Bohrschraubern sowie metallenen Winkeln für die feste Verbindung von Wänden, Böden und Decken.
So entstand in kurzer Zeit ein Gebäudeteil in nachhaltiger Holzbauweise mit rund 360 Quadratmetern Nutzfläche. Dort sollen acht Büros, ein Sekretariat, ein multifunktionaler Raum für Besprechungen und Gruppensitzungen, ein Aufenthaltsbereich, eine Spielecke sowie Sanitäranlagen entstehen. Es gibt einen separaten Eingang, und natürlich ist das Haus barrierefrei konzipiert. In jedem Geschoss sorgt eine direkte Verbindung zum Rathaus für die notwendigen Fluchtwege. „Auf Sicht soll auf dem Dach noch eine PV-Anlage montiert werden, und wir planen mittelfristig die Umstellung auf Fernwärme“, erklärt der Bürgermeister.
Bisher hat das Kreisjugendamt Lippe bereits Räume im Obergeschoss des Rathauses in Betrieb, doch reicht der Platz inzwischen bei Weitem nicht aus. Durch verschiedene neue Aufgabenfelder stieg der Personalbedarf im Jugendamt, und eine Erweiterung oder alternative Anmietung im Umfeld waren nicht möglich.
Daher entschied man sich für einen Anbau am Rathaus, der dem Kreis Lippe für 30 Jahre vermietet und zur alleinigen Nutzung überlassen wird. Dadurch werden die Arbeits- und Beratungsmöglichkeiten für Kinder, Jugendliche und Familien deutlich verbessert.
Die Baukosten von rund 1,68 Millionen Euro sind also mit diesem innovativen Konzept gut angelegt.