Barntrup / Nordlippe / Kreis Lippe (jn/red). Die Barntruperin Ilse Petig, Sprecherin der lippischen Landfrauen, und Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge aus dem Extertal wollen alle (Land-) Frauen aus Nordlippe dazu motivieren, an einer bundesweiten Studie teilzunehmen und so dabei zu helfen, die Datenlage zur Situation von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben auf aktuellsten Stand zu bringen. Denn: „Landwirtschaft ist nicht allein Männersache!“, da sind sich Petig und Vieregge einig.


Die Realität hat die klassische Rollenverteilung auch in der Landwirtschaft längst überholt: Viele landwirtschaftliche Betriebe werden heutzutage von Frauen geleitet oder aber sie arbeiten maßgeblich mit. Viele Frauen schultern „nebenbei“ auch noch weitere Erwerbstätigkeiten und bringen zusätzlich den Haushalt und die Kindererziehung unter einen Hut.
Gerade in unserer ländlichen Region wird diese moderne Rollenverteilung sichtbar – und deshalb wollen Kerstin Vieregge und Ilse Petig auch, dass besonders die Landfrauen im Kreis Lippe mit ihren Erfahrungen der Studie „auf die Sprünge“ helfen.

Wie vielschichtig ist der Alltag von Frauen in der Landwirtschaft?

„Mit dem Wandel in der Landwirtschaft müssen sich die Frauen auf den Betrieben immer wieder neuen Herausforderungen stellen“, erzählt Ilse Petig.
Der Alltag sei vielschichtiger geworden. „Aber wie vielschichtig, das wollen und müssen wir genauer wissen: Wie wirken sich die Veränderungen in der Landwirtschaft ganz konkret auf das Leben und Arbeiten aus? Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich daraus für Frauen? Und wo sind Verbesserungen für das Leben und Arbeiten unerlässlich?“
Um dies alles aufzeigen zu können, ist eine bundesweite Erhebung und Befragung von möglichst vielen landwirtschaftlich-arbeitenden Frauen nötig und wichtig.

Das Ziel: Stärkere Berücksichtigung der Frauen-Interessen

Aus dem wissenschaftlich-erhobenen Ergebnis der Studie sollen im Anschluss neue Ansätze abgeleitet werden, die den Frauen selbst zu Gute kommen werden. „Letztlich sollen die Daten und Fakten die Basis liefern, um die Interessen der Frauen in der Landwirtschaft stärker zu berücksichtigen und zu fördern sowie Verbesserungspotenzial für Leben und Arbeit erkennen zu können“, erläutert Kerstin Vieregge im Detail.

Der Deutsche LandFrauenverband ist Ideengeber und Initiator der vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderten – und vom „Thünen-Institut“ in Braunschweig und der Universität Göttingen durchgeführten – Untersuchung.
„Wir freuen uns über diese Kooperation, die die wissenschaftliche Auswertung der Befragung ermöglicht“, sagt Landfrau Ilse Petig. Dass mit Julia Klöckner zusätzlich auch noch eine Bundesministerin die Studie unterstütze, sei ihrem Verband wichtig, um auch auf der politischen Ebene Zukunftsperspektiven eröffnen zu können.

Bis zum 15. April: 60 Fragen mit rund 30 min Zeitaufwand

Gemeinsam ermuntern Ilse Petig und Kerstin Vieregge deshalb alle Frauen, die auf landwirtschaftlichen Betrieben in Lippe leben, arbeiten oder gearbeitet haben (Altenteilerinnen), zum Mitmachen. Unter dem Link https://www.frauenlebenlandwirtschaft.de/uc/2020 oder über die Homepage der Landfrauen www.wllv.de/lippe ist dies bis zum 15. April möglich.

Und das Folgende kommt dabei auf die Frauen zu: Die Befragung umfasst ca. 60 Fragen zur Person, zur Position und zu Tätigkeiten im Betrieb und im Haushalt, zu außerbetrieblichen Tätigkeiten und Ehrenamt sowie zur sozialen Absicherung.
Für die Beantwortung werden etwa 30 Minuten benötigt.

Alle gemachten Angaben bleiben dabei selbstverständlich vollständig anonym. Sie können den Fragebogen direkt online am Computer oder auch mit dem Smartphone ausfüllen, aber auch ausdrucken und eingescannt wieder absenden.