Kalletal-Stemmen (red). Der Rat der Gemeinde Kalletal hat in seiner Sitzung mehrheitlich beschlossen, die Verwaltung zu beauftragen, im Rahmen des NRW-Förderprogramms LEADER 2023–2027 einen Förderantrag für das Projekt „Padel-Tennis Court Stemmen“ bei der Lokalen Aktionsgruppe Nordlippe e.V. einzureichen. Gleichzeitig wurde beschlossen, einen kommunalen Kofinanzierungsanteil in Höhe von 23.902,56 Euro bereitzustellen.
Bürgermeister Mario Hecker ordnet die Entscheidung ein: „Mit diesem Beschluss unterstützen wir nicht nur ein innovatives Sportprojekt, sondern auch das außerordentliche Engagement des TC Stemmen, der sich in einer schwierigen Phase neu aufgestellt hat. Gleichzeitig wägen wir sorgfältig ab, wie wir Förderchancen für unsere Dörfer bestmöglich nutzen können.“
Verein stand vor Auflösung –
Neustart gelungen
Der TC Stemmen von 1975 e.V. hatte im vergangenen Jahr mehrfach erfolglos versucht, einen neuen Vorstand zu bilden. Die Auflösung des Vereins drohte bereits. Erst vor wenigen Wochen konnte die Fortführung gesichert werden. Mit Thomas Schell (1. Vorsitzender), Eckhard Wollmuth (2. Vorsitzender), Sebastian Schell (Geschäftsführer), Caroline Nolting (Kassiererin) und Andreas Mannetter (Schriftführer) verfügt der Verein nun über ein neues Leitungsteam, das sich ehrgeizige Ziele gesetzt hat.
Geplantes Projekt:
Moderne Padel-Tennis-Anlage
Neben der Renovierung des Vereinsheims plant der Verein die Errichtung von zwei Outdoor-Padel-Tennis-Courts auf dem Gelände am Osterbrink. Die Fläche befindet sich im Eigentum der Gemeinde und ist seit 1975 an den Verein verpachtet.
Padel-Tennis ist eine moderne Rückschlagsportart, die Elemente aus Tennis und Squash kombiniert. Gespielt wird meist im Doppel auf einem kleineren Feld, das von Glas- und Gitterwänden umgeben ist, die aktiv ins Spiel einbezogen werden. Durch die einfacheren Einstiegsregeln und den hohen Spaßfaktor erfreut sich Padel weltweit wachsender Beliebtheit und gilt als besonders niedrigschwelliger Sport für alle Altersgruppen.
Verein sagt
Eigenleistungen zu
Die Gesamtinvestition für das Projekt beläuft sich auf rund 79.675 Euro. Durch Eigenleistungen des Vereins – insbesondere bei den Fundamentarbeiten – kann die finanzielle Belastung reduziert werden. Bei einer angenommenen LEADER-Förderquote von 70 Prozent verbleibt ein Eigenanteil von 23.902,56 Euro. Der Verein hat deutlich gemacht, dass er weder diesen Eigenanteil noch die notwendige Vorfinanzierung des Gesamtprojektes leisten kann. Vor diesem Hintergrund ist die Gemeinde bereit, als Antragstellerin aufzutreten und sowohl die Kofinanzierung als auch die Vorfinanzierung zu übernehmen – vorbehaltlich einer erfolgreichen Förderzusage und unter Beachtung der entsprechenden Zweckbindungen.
Das Projekt stößt bereits jetzt auf großes Interesse: Neben dem Verein selbst haben auch die Dorfgemeinschaft Elfenborn e.V., die evangelische Kindertageseinrichtung Stemmen, die Jugendhilfeeinrichtung Schloss Varenholz mit privater Sekundarschule sowie ein benachbarter Campingpark mit jährlich über 100.000 Gästen ihre Nutzungsabsicht signalisiert. „Das zeigt, welches Potenzial in dieser Anlage steckt – sowohl für den Breitensport als auch für die Attraktivität unserer Region“, so Hecker.
Verwaltung hatte
Förderweg frühzeitig aufgezeigt
Bereits im Januar hatte sich der neue Vereinsvorsitzende erstmals an die Verwaltung gewandt, um Fördermöglichkeiten zu prüfen. Aufgrund des Projektumfangs wurde frühzeitig der Kontakt zum Regionalmanagement der LEADER-Region Nordlippe hergestellt. Eine Projektskizze wurde im Februar gemeinsam erörtert. Parallel dazu hatte die UKB-Fraktion im Februar beantragt, entsprechende Fördermöglichkeiten zu prüfen. Diese Prüfung war zu diesem Zeitpunkt bereits erfolgt, und dem Verein konnten konkrete Förderzugänge aufgezeigt werden.
Trotz der positiven Bewertung des Projektes weist Bürgermeister Hecker auf die notwendige Gesamtabwägung hin: „Wir müssen bei aller Unterstützung für engagierte Projekte stets auch den Gleichbehandlungsgrundsatz gegenüber anderen Vereinen im Blick behalten.“ In diesem Zusammenhang verweist Hecker auch auf andere Projekte, wie etwa den Antrag zur Errichtung eines Pump-Tracks in Hohenhausen, der im Rahmen der Haushaltsberatungen aus finanziellen Gründen keine Mehrheit gefunden hatte. Zudem ist zu berücksichtigen, dass der Verein beabsichtigt, Nutzungsentgelte zu erheben. Diese sollen jedoch ausschließlich zur Deckung der Betriebskosten dienen und nicht der Gewinnerzielung entsprechen – im Einklang mit den Vorgaben der LEADER-Förderung.
Mit dem Ratsbeschluss wird die Verwaltung nun den Förderantrag vorbereiten und bei der Lokalen Aktionsgruppe Nordlippe e.V. einreichen. Über die Förderung wird im weiteren Verfahren entschieden. „Das Projekt steht beispielhaft für das, was wir im ländlichen Raum brauchen: Engagement, Kooperation und die kluge Nutzung von Förderprogrammen“, betont Bürgermeister Hecker. „Wenn es gelingt, profitieren davon nicht nur die Mitglieder des Vereins, sondern die gesamte Region.“