Extertal-Bösingfeld (rr). Dietmar Grascha und das Team der „Schräglage“ hatten gemeinsam mit der Evangelischen Allianz Extertal alles getan, um trotz der großen Hitze ihre traditionelle Schräglage-Veranstaltung stattfinden zu lassen.
Man wusste zwar, dass jemand, der bei diesem Wetter in voller Montur auf sein Moped steigt, um aus weiter Entfernung zu einem Motorrad-Gottesdienst zu fahren, hart im Nehmen sein muss, doch wollte die Schräglage-Crew den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten. Das Biker-Frühstück war von einem engagierten Team an einem Stand hergerichtet, kühle Getränke standen bereit, mit feuchten Tüchern konnten sich die Besucherinnen und Besucher Kühlung verschaffen. Man hatte außerdem einige Zelte herbeigeschafft, unter denen die für die Bikerfreunde aufgestellten Bänke im Schatten standen.

Familie Senke stellt erneut
Fläche zur Verfügung

Zum 12. Mal fand die „Schräglage“ statt, und wieder hatte das Ehepaar Senke dafür eine Wiese auf ihrem beeindruckenden Anwesen zur Verfügung gestellt. Vor dem Hauptgebäude und der Scheune parkten die schweren Motorräder, sauber aufgereiht, doch es fiel auf, dass in diesem Jahr weniger ältere Maschinen früherer Jahre vertreten waren.
Eine recht neue Triumph, zwei Brixton-Maschinen, eine NSU, ansonsten eher das, was Traditionelle unter den Bikern als Joghurtbecher bezeichnen, also viel Plastikverkleidungen. Yamaha, Honda, Kawasaki, eine Moto Guzzi, viel großvolumiger Hubraum, viel PS, viele Modifikationen, sodass überall Benzingespräche im Gange waren.
Man kennt sich, viele Fahrerinnen und Fahrer kommen jedes Jahr zur „Schräglage“. Das wertete auch Organisator Dietmar Grascha als Zeichen der Verbundenheit und Wertschätzung.

Redner berichten, wie der
Funke zu Gott übersprang

Wie in jedem Jahr stand der Gottesdienst in diesem unter einem Motto, und das hieß „Zündfunke“. Grascha machte das am Beispiel seiner eigenen Familie fest und berichtete, dass er und seine Frau „Gott kennenlernten, da sprang der Zündfunke über.“
Ähnlich berichtete auch Tony, der darüber Zeugnis ablegte, wie er als Kind wenig Bezug zur Kirche gehabt habe. Seine Träume von Familie, Haus, Auto und Job waren geplatzt, er hatte zweimal die Schule geschmissen, keine Ausbildung und kam mit Drogen in Kontakt.
Da sprang auch bei ihm der Zündfunke über, denn „Jesus hat mir seine Hand gereicht. Er hat eine Last von mir genommen, und ich habe mein Leben auf die Reihe gekriegt.“ Er holte die Schule nach, bekam eine gute Ausbildung und hat einen festen Job sowie eine Familie mit drei Kindern.
Seine Zündfunken-Erfahrungen teilte auch Thomas Goldsche mit, Pastor und Missionar, der dazu verschiedene Beispiele anführte. „Wenn der Zündfunke nicht überspringt, ist auch das Antreten eines Motorrads nutzlos. Kein Zündfunke – kein Leben.“ Für ihn macht Jesus den Unterschied.
Zwischen den einzelnen Wortbeiträgen der Redner spielte die „Band ohne Namen“ auf einem Ackerwagen christliche Pop-Songs, dann sprach Dietmar Grascha das abschließende Gebet für die verunfallten Motorradfahrerinnen und -fahrer.
Nach einer Schweigeminute ging der lange Motorradtross auf eine gemeinsame Ausfahrt über rund 50 Kilometer durchs lippische Bergland.