Barntrup (red). Seit dem letzten Quartal 2025 ruhen die Arbeiten zum Glasfaserausbau im Stadtgebiet Barntrup vollständig. Ursache ist die Insolvenz der von der Glasfaserfirma UGG beauftragten Tiefbaufirma, die für die Verlegearbeiten im Stadtgebiet zuständig war.
Die Stadt weist ausdrücklich darauf hin, dass die UGG den Glasfaserausbau im Stadtgebiet Barntrup eigenwirtschaftlich betreibt. Es besteht kein Auftragsverhältnis zwischen der Stadt Barntrup und der UGG. Die Stadt hat den Ausbau weder beauftragt noch finanziert und hat somit keinen direkten vertraglichen Einfluss auf den Fortgang der Arbeiten. Die Rolle der Stadt beschränkt sich auf die hoheitliche Begleitung und Überwachung des Ausbaues, insbesondere im Bereich der kommunalen Straßen und Verkehrsflächen.
Der monatelange Stillstand der Bauarbeiten ist nicht nur ein Ärgernis, er birgt auch zunehmend drängende Risiken für die Stadt Barntrup. Die Stadtverwaltung prüft fortlaufend, welche rechtlichen und finanziellen Ansprüche gegenüber der UGG und gegebenenfalls gegenüber dem Insolvenzverwalter der Tiefbaufirma bestehen. Ein dauerhafter Verbleib der heute noch vorhandenen Straßenschäden zulasten der Stadt und damit der Barntruper Bürgerinnen und Bürger ist nicht hinnehmbar.
Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, die Verträge abgeschlossen und einen Glasfaseranschluss erwartet haben, warten seit Monaten vergeblich und die Unzufriedenheit steigt. Bürgermeister Ortmeier bezieht hierzu klar Stellung: „Ich habe im vergangenen Jahr aus voller Überzeugung für den Glasfaserausbau in Barntrup geworben, weil schnelles Internet keine Frage des Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt ist. In Zeiten, in denen eine leistungsfähige digitale Infrastruktur für Homeoffice, Bildung, Gesundheitsversorgung und wirtschaftliche Teilhabe unverzichtbar ist, wiegt der aktuelle Stillstand schwer. Auch unsere eigenen städtischen Liegenschaften warten auf den Anschluss. Wir stehen mittlerweile in einem sehr drängenden Austausch mit der UGG. Der anhaltende Stillstand gefährdet nicht nur das Vertrauen der Bürgerschaft in derartige Infrastrukturprojekte, sondern schadet der Attraktivität Barntrups als Wohn- und Wirtschaftsstandort unmittelbar.“
Die UGG hat in den laufenden Gesprächen der vergangenen Monate immer wieder darauf hingewiesen, dass grundsätzlich an dem Glasfaserausbau in Barntrup und den Ortsteilen festgehalten werden soll. „Diese Aussage ist für uns wichtig, zugleich brauchen wir als Stadt und die Bürgerinnen und Bürger einen verlässlichen Zeitplan für die weiteren Schritte“, betont Barntrups Bürgermeister Borris Ortmeier.
Das Unternehmen UGG teilte der Stadt Barntrup nun auf mehrfache Nachfrage mit, dass mittlerweile ein neues Tiefbauunternehmen für den Glasfaserausbau in Barntrup gefunden und beauftragt wurde. Bevor die Arbeiten in Barntrup wieder aufgenommen werden können, sind allerdings weitere vorbereitende Maßnahmen nötig.
So wurden vom mittlerweile insolventen Unternehmen Dokumentationen über den bisherigen Ausbau zur Verfügung gestellt, die aktuell auf die Vollständigkeit und Korrektheit geprüft werden. Hierzu wird es in den kommenden Wochen auch kleinere Tagesbaustellen vor Ort geben müssen.
Sobald die verlässliche Datengrundlage vorhanden ist, soll der Ausbau des Glasfasernetzes wieder aufgenommen werden. Um die notwendigen Vorarbeiten abzuschließen, ist laut Aussage der UGG ein Zeitraum von drei Monaten notwendig. Daher ist mit einer Wiederaufnahme der Bautätigkeiten zum Beginn der zweiten Jahreshälfte nach Mitteilung der UGG auszugehen.
Die Stadtverwaltung Barntrup wird den Sachverhalt weiterhin engmaschig begleiten und die Öffentlichkeit über relevante Entwicklungen informieren. Parallel prüft die Verwaltung alle rechtlichen Handlungsoptionen, um die Interessen der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger zu wahren. Unabhängig vom Ausgang der aktuellen Situation bleibt der Glasfaserausbau für Barntrup ein unverzichtbares Zukunftsprojekt. Sollte die UGG ihren Verpflichtungen dauerhaft nicht nachkommen können, wird die Stadtverwaltung alternative Wege prüfen müssen, um eine flächendeckende Breitbandversorgung im Stadtgebiet sicherzustellen.