Kalletal-Lüdenhausen (rr). Man lässt kleine Holzkugeln in ein gläsernes Wolkengebilde fallen, sie bahnen sich ihren Weg nach unten. Dann öffnet man einen Schieber und die Kugelmenge kullert los, durch eine hölzerne Rinne und ergießt sich in eine Fläche, wo sie durch ein stilisiertes Dorf aus hölzernen Häuser, Vertiefungen und Ableitungen läuft.
Manche Kugeln bleiben hängen, andere finden den Weg in blaue Holzrinnen und laufen schließlich in ein blaues Holzbecken. Das ist die Outdoor-Kugelbahn auf dem nördlich von Lüdenhausen verlaufenden nekO-Erlebnisweg, eine von zahlreichen mit Informationstafeln und interaktiven Stationen gespickten Strecke.
Bei der Eröffnung am Dienstagnachmittag wurde an der Kugelbahn anschaulich verdeutlicht, wie die Gemeinde Kalletal gemeinsam mit dem Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge, der Fachhochschule des Mittelstands, der TH OWL, dem Heimatverein Lüdenhausen sowie der Kindertagesstätte Lüdenhausen und der Naturparkschule Am Teimer ein gewichtiges Problem der Zukunft in Angriff nimmt.
Bauamts-Chefin Ewa Hermann erklärte, „dass wir hier durch Anpflanzungen, vor allem von Hecken, Biodiversitätssteigerung und Regenschutz eine Maßnahme durchführen, welche dem Klimawandel und seinen teils gravierenden Folgen Rechnung tragen soll.“ Was man an der Kugelbahn im Kleinen sieht, soll im Großen umgesetzt werden. Dazu werden Wirtschaftswege umgeplant, Regenrückhaltebecken gebaut und Anpflanzungen so vorgenommen, dass bei Starkregenereignissen Wasser aufgehalten wird und nicht einfach freien Fluss in die Ortschaften hinein haben soll.
„Die zuwendungsfähigen Gesamtausgaben für diese Maßnahmen betragen rund 626.000 Euro“, erläuterte Ewa Hermann, „das unterstützt das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW mit einer Förderung von rund 501.000 Euro, die tatsächlichen Ausgaben liegen dabei für die Gemeinde bei 85.000 Euro.“ Bürgermeister Mario Hecker hob hervor, dass dem Projekt eine breite Zustimmung zugrunde gelegen habe, und er dankte explizit dem Rat, dessen Vertreter der Frank Uwe Puls auch erschienen war, der Verwaltung mit Ewa Hermann und Corinna Will, dem Heimatverein mit seinem Vorsitzenden Walter Pröhlemeier und Stellvertreter Ulrich Becker, der Grundschule am Teimer mit Schulleiterin Sabine Arning und Lena Rügge, dem Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge mit Geschäftsführerin Dörte Pieper und Dr. Henning Arnecke sowie der FH OWL mit Prof. Dipl.-Ing Oliver Heil und der Fachhochschule des Mittelstands mit Dr. oec. Klaus Schafmeister. Sie alle kamen zu Wort und betonten aus ihren jeweiligen Perspektiven, wie wichtig es sei, Hecken, Säume und Retentionsflächen für den Schutz von Dörfern bei Starkregen vorzuhalten.
Und Bürgermeister Mario Hecker unterstrich „Ich freue mich sehr, dass mit dem Hecken-Erlebnisweg nun ein weiterer Ort entstanden ist, an dem Umweltbildung, Naturerlebnis und Klimaschutz auf innovative Weise zusammenkommen.“