Kalletal-Stemmen/Varenholz (red). Der Arbeitskreis Heimatgeschichte in der Kirchengemeinde Varenholz legt jetzt druckfrisch das Heft neun der „Heimatblätter“ vor. Auf erneut 82 Seiten im DIN A 4-Format gibt es wieder Neues von gestern, aber auch aktuelle Berichte aus den drei Weserdörfern Erder, Varenholz und Stemmen. Zu kaufen sind die Hefte im Ladenlokal „Tante Enso“ in Stemmen, im Büro der Kirchengemeinde in Varenholz sowie bei den beiden Autoren Vera Varlemann und Hans-Ulrich Krause.
Schwerpunktthema ist dieses Mal Elfenborn mit drei Berichten zum Blumenparadies, dem Märchenwald sowie der heutigen Einrichtung. Recherchen bei den drei Töchtern des Märchenwald-Begründers Friedrich Linneweber führten zu schönen Erinnerungen. Dann gibt es enorm viele Nachrufe auf Verstorbene.
Zwei Bücher werden vorgestellt: einmal die Biographie über Reichsminister Gottfried Reinhold Treviranus, der eine Varenholz-Vergangenheit hatte, sowie das Buch „Sieh doch, Blinder“, das Harald Kleine Kracht geschrieben hat, der vielfach in Varenholz als Sänger und Leiter des Shantychores „Blaue Jungs“ aus Porta Westfalica aufgetreten ist.
Erinnert wird an den letzten Dorfpolizisten Herbert Brinkmann. Seine Tochter hat für diesen Bericht viele Fotos zur Verfügung gestellt, die echte Raritäten sind.
Eine intensive Recherche von Vera Varlemann ging der Reportage über das frühere Altenheim Ackermann voraus. Sie hat in Bad Pyrmont mit der ehemaligen und mittlerweile hochbetagten Betreiberin gesprochen.
Der frühere Sportreporter Hans-Ulrich Krause, der für den „Vlothoer Anzeiger“ und die „Kalletaler Zeitung“ geschrieben hat, verfasste einen Bericht über den ehemaligen Fußball-Nationalspieler Erwin Kostedde. Der einstige Star wohnte seinerzeit in Vlotho. Der Bericht trägt den Titel: „Im Jaguar zum Brötchenholen“. Krause, einst Tischtennisspieler in Erder, erinnert an ein denkwürdiges Match auf dem dortigen Saal gegen den späteren Bundesligaspieler und -manager Rüdiger Lamm.
Es wird an Gaststätten und Gastwirte der Weserdörfer erinnert. Da gab es so manche Anekdote. Gedichte und Schmuckfotos sind in der neuen Ausgabe ebenfalls enthalten. Außerdem wird auf lohnende Ausflugsziele im Weserbergland (Agnes-Miegel-Haus in Bad Nenndorf, Heimatmuseum in Vlotho) und in Lippe (Junker-Haus in Lemgo) hingewiesen.
Lesenswert sind sicherlich auch die Eintragungen in das Gästebuch, das im Varenholzer Dorfarchiv ausliegt. Aus diesem Gästebuch sind einige Formulierungen ins Heft aufgenommen worden, vom Märchen- und Sagenforscher Eberhard Michael Iba bis Bürgermeister Mario Hecker und von vielen anderen.
Es gibt noch vieles mehr zu entdecken in diesen neuen „Heimatblättern.“ Die Hefte gibt es seit 2016. Eigentlich wäre nunmehr schon Heft zehn fällig gewesen. Aber 2015 gab es aufgrund einer Zwangspause keine Ausgabe.