Extertal / Rinteln (red). 50 Jahre Modellflug Extertal – ein Anlass für die Mitglieder, einmal zurückzublicken und zudem ihren schönen Vereinssport Interessierten näher zu bringen. Zum 50-jährigen Jubiläum gibt es einen Aktionstag an Himmelfahrt, 14. Mai, und ein Vereinsfest am 18. Juli. Am Himmelfahrtstag sind die Mitglieder ab 10 Uhr auf ihrem Vereinsgelände am Heinebüchenbruch und lassen sich von den Besuchern über die Schulter schauen.
1975 trafen sich mehrere Interessenten des Modellflugsports in Bösingfeld. Man wollte gerne eine Interessengemeinschaft gründen. Jugendliche hängten Zettel aus und suchten weitere Flugmodellbegeisterte.
Zunächst traf man sich auf Wiesen und Feldern, um die Flugzeuge steigen zu lassen. Das war nicht immer ideal, da Bäume und Sträucher große Hindernisse für die Flieger waren.
Ein Fluggelände mit Startbahn wurde gesucht. Ein Mann der ersten Stunde war Heinrich Pott, der sehr schnell merkte, dass ohne einen starken Verein solch ein Projekt nicht durchgeführt werden kann. So wurde 1976 der Modellflugclub Extertal gegründet und ins Vereinsregister eingetragen. Bald war auch ein Flugfeld gefunden. Im Heinebüchenbruch, Richtung Grupenhagen, wurde 1977 ein Gelände gepachtet.
Während dieser Zeit war der Betrieb eines Modellflugzeugs noch ein echtes Abenteuer. Die Motoren wollten nicht anspringen und waren recht laut. Die Fernsteuerungen funktionierten nicht immer und bei einem Absturz wurde jedes Mal „Funkstörung“ gerufen.
Die neben dem Vorsitzenden wichtigen Mitglieder der damaligen Zeit waren Helmut Obenhaus und Ludwig Bebermeier. Sie konnten den anderen Mitgliedern den Bau und den Betrieb der Flugmodelle zeigen und erklären. Im Elektrohaus Brand wurde damals an einem neuen Fernsteuersystem gearbeitet und als dieses funktionierte, wurde die ortsansässige Firma Mikroprop gegründet und hatte in Bösingfeld Funkfernsteuerungen gebaut.
Die Flugzeuge wurden immer größer, und Günter Metterhausen hat gezeigt, wie man ein originalgetreues, großes Kunstflugmodell bauen kann. Daran angelehnt haben mehrere Mitglieder Kunstflugmodelle gebaut und sich erfolgreich bis zur Deutschen Meisterschaft gekämpft.
Als Antriebe dienten anfangs noch Äther-Selbstzünder-Motoren. Diese wurden schnell abgelöst durch Glühzünder mit Methanolbetrieb. Abgeschaut von den Kettensägen sind heute Benzinmotore in Betrieb und bringen die Flugzeuge auf Höhe. Auch Elektromotore wurden entwickelt. Herbert Schlinke hatte schon 1985 an dem Betrieb von elektrischen Seglern gearbeitet, welche aber nur sehr mühsam auf Höhe kamen. Mit den ersten serienreifen Drehstrommotoren und deren Reglern war der Durchbruch im Elektroflug geschafft. Heute kann man, für jeden erschwinglich, fertige Elektroantriebssysteme kaufen und der Betrieb von elektrischen Flugmodellen ist problemlos möglich.
Modellflug ist nicht nur Fliegersteuern. Auch Rasenmähen und Büscheschneiden zählen zur Vereinsarbeit. Leider sind viele der Mitglieder in die Jahre gekommen und es fehlen dringend neue Interessenten, die das Hobby erlernen wollen.
Der MFC Extertal trifft sich nach wie vor auf seinem Gelände am Heinebüchenbruch. Bei gutem Wetter sind mittwochs und samstags die aktiven Tage. Geflogen werden Segler und Motormodelle mit Elektro- oder Benzinantrieb. Auch Hubschrauber werden dort gestartet. Der Betrieb von Drohnen ist grundsätzlich möglich, jedoch passen Drohnen und Flieger nicht gut zusammen. Die Drohnen werden hauptsächlich zur Suche von verloren gegangenen Fliegern eingesetzt.
„Wir freuen uns über neue Interessenten, die Begeisterung für Modellflug mitbringen“, so die Flieger.
Gerne stehen die Aktiven zur Schulung an der Seite, um Rookies das Steuern zu lehren. Vergangenes Jahr konnte mithilfe des JuKulEx ein Ferienspieltag durchgeführt werden. So wurde auch Jugendlichen die Freude am Modellsport nähergebracht.
Auch zum Bergfest am Hohen Asch wollen einige Mitglieder kommen. Weitere Infos gibt es auf www.mfc-extertal.de, auf „MFC Extertal“ bei Facebook oder bei Manfred Werner über E-Mail manfred-rinteln@web.de.