Dörentrup-Farmbeck (rr). Wahre Menschenmengen tummelten sich am 1. Mai auf dem Areal des kleinen Bahnhofs in Farmbeck, genossen das sommerliche Wetter, die lippisch-freundliche und entspannte Atmosphäre und bummelten entspannt über das Gelände. Das Kulturstellwerk Nordlippe hatte zum bereits fünften Bahnhofsfest geladen und bot entlang der Gleise ein buntes Programm für die ganze Familie.
Der blaue und mit gelben Sternen verzierte Europawaggon beherbergte in diesem Jahr eine interessante Kunstausstellung unter dem Thema „Stadtlandschaften“. Sie widmete sich dem Gedenken an den erst kürzlich verstorbenen Sonderpädagogen und Künstler Tibor Varaday, aus dessen Nachlass Jarno Schumacher die Ausstellung konzipiert hatte, die der Richtung Urban-Art-Bewegung zuzuordnen ist.
Gleich am Eingang des Geländes hatten sich zahlreiche Besucher auf Bierzeltgarnituren niedergelassen, waren sie doch so in direkter Nähe von Bratwurst- und Getränkewagen.
Von dort konnte man das Geschehen auf der Bühne gut mitverfolgen, die auf einem Eisenbahnwagen aufgebaut war, und wo das Duo „ZweiVomFeinsten“, also Bulli Grundmeier und Hans H. Krückemeier für den ersten Gig sorgten. Erdiger Blues, und das wirklich vom Feinsten, unterhielt das Publikum aufs Beste.
Die Bühne diente in diesem Jahr nicht als Podium für die kurzen Begrüßungsreden und Grußworte, denn Landesverbandsvorsitzender Jörg Düning-Gast, Bürgermeister Friso Veldink, Kulturstellwerk-Geschäftsführer Jochen Brunsiek und Kulturmanagerin Martha Johannsmeier fanden den Platz vor der Bühne, auf Augenhöhe mit den Besuchern, angemessener. Düning-Gast dankte vor allem den vielen engagierten Mitstreitern, welche die Durchführung des Bahnhofsfestes organisiert und möglich gemacht hatten, lobte die tolle Zusammenarbeit mit der Gemeinde, der Landeseisenbahn Lippe, der Kirchengemeinde Bega und vielen weiteren, vor allem aber Martha Johannsmeier, welche die Veranstaltung koordiniert und organisiert habe.
Bürgermeister Friso Veldink regte den Besuch in der ehemaligen Bahnmeisterei an, wo die Erzählwerkstatt den Auftakt für das Projekt „Lippische Schlösser & Burgen im 20. Jahrhundert“ gab und wo sich auch die Wanderausstellung „Kneipenkultur in Nordlippe“ präsentierte. Nebenan konnten Kinder sich schminken lassen, und ein Stück weiter fuhr eine echte kleine Modellbahn in einer Dorfkulisse ihre Runden, angetrieben von einem Trafo, der von Kindern per Hand gekurbelt werden musste.
Tett, der Landstreicher, Sänger und Liederschreiber aus dem Teutoburgerwald, unterhielt die Gäste ebenfalls mit lyrischer Musik, während die historische E-Lok den ganzen Tag tapfer auf ihrem Gleis ein paar Hundert Meter hin und wieder zurückfuhr, immer voll beladen mit Kindern und Erwachsenen, die sich eine solche Fahrt nicht entgehen lassen wollten.